Fünftes Kapitel. Rudiger von Luternau, siebenzehnter Abt (1243-?1256). Walther II, achtzehnter Abt 1256-? 1261).

(I-099) Augustin Stöcklin und Anselm Weissenbach, unsere Vorgänger in der Bearbeitung der Geschichte Muri's, zählen Abt Rudiger dem Geschlechte der Luternauer1 bei, aus welchem im 13. und 14. Jahrhunderte viele Ministerialen und Ritter hervorgingen. Zum Beweise dieser Geschlechtsangehörigkeit erwähnt Stöcklin eines Gemäldes, das sich 1630 noch in den Zimmern des Abtes zu Muri befand2.

Doch bevor wir Abt Rudiger näher in's Auge fassen, müssen wir einen Blick auf die Stifterfamilie – die Habsburger, werfen.

Graf Rudolf, der Alte, hinterliess bei seinem Tode fünf Kinder: Albrecht IV., den Weisen, Landgraf im Oberelsass, dann durch die Erbtheilung vom Jahre (?) 12383 Herr im Zürichgau, Sundgau und Breisgau, Schirmvogt von Muri und Murbach, von Säckingen und Glarus, vermählt mit Heilwig von Kiburg, gestorben circa 1241; Rudolf III. (I.), den Schweigsamen, durch Erbtheilung Herr von Laufenburg im Süssgau, theilweise im Argau, in Schwyz und Unterwalden, nach dem Tode seines ältern Bruders Kastvogt von Muri und Murbach, verehelicht mit Gertrud von Regensberg, Gründer der Laufenburger-Linie, gestorben am 6. Juli 1249; dann Werner, der vor dem 30. Juli 1253 im jugendlichen Alter starb; ferner Heilwig, vermählt mit dem Grafen Hermann von Froburg, und endlich Gertrud, getraut mit Ludwig von Froburg, dem Bruder des eben genannten Hartmann4.

Albrecht IV. hauste grösstentheils auf der Habsburg und zeugte drei Kinder: Rudolf IV., den spätem König (gewählt (I-100) als Rudolf 1. am 29. August 1273); Albrecht, Kanoniker der bischöflichen Stifte Strassburg und Basel, und Hartmann, gestorben vor 1253.

Rudolf III. (I.), zu Laufenburg sitzend, wurde mit fünf Kindern gesegnet; Werner, gestorben 1255; Gottfrid I., Graf von Laufenburg, vermählt mit Elisabeth von Ochsenstein, gestorben am 29. September 1271; Rudolf II., seit 1263 Propst am Domstifte zu Basel, seit 1271 in gleicher Eigenschaft vom Kollegiatstifte zu Rheinfelden und seit 1273 Bischof von Constanz, gestorben am 3. April 1293; Otto verschied im Jahre (?) 1253; Eberhard, seit 1266 vermählt mit Anna von Kiburg, Gründer der Linie Neu-Kiburg, Landgraf im Thurgau, starb 12845.

Die ausgedehnten Besitzungen veranlassten Albert IV. und Rudolf III., den Schweigsamen, ihr väterliches Erbe zu theilen. Ihre Uneinigkeit in der Güterscheidung brachten der Bischof Lüthold von Basel und Graf Ludwig von Froburg wahrscheinlich im Spätjahre 1238 durch einen Schiedsspruch zum Abschlusse6. Erhielt auch Graf Albert IV. vermöge desselben die Kastvogtei über das Kloster Muri, so wurden die Leute daselbst dennoch der Vogtei des Grafen Rudolf III. zugeschieden und ihnen zugleich anbefohlen, „dass sie zweimal im Jahre vor des Abtes Gedinge (Gerichtstage) gehen sollen, der über sie allein den Bann (Twing) habe“7. Im Einklange mit dem kaiserlichen Schirmbriefe vom Jahre 11148 ist somit dem Kloster urkundlich die niedere Gerichtsbarkeit (Bann und Twing) über die dortigen Martinsleute zugesprochen.

Nach dieser Güterscheidung fühlte Graf Albert IV. in sich ein hl. Verlangen, einen Kreuzzug nach dem Oriente mitzumachen, wo er aber bald vor Askalon um das Jahr 1241 seinen Tod fand9. Bevor er diese gefährliche Reise antrat, stiftete er noch für sein Seelenheil einen Jahrtag in Muri und Hermetschwil, indem er drei Huben zu Waltiswil, welche früher (I-101) Ritter Arnold als Lehen besessen hatte, an beide Klöster verschenkte10.

Seine Gemahlin Heilwig, Mutter König Rudolfs I., ist in einer Urkunde vom 17. Oktober 1259 erwähnt11, wornach die Grafen von Habsburg Güter in Dietikon und Schlieren an das Kloster Wettingen verkauften. Sie beschloss schon das folgende Jahr (1260) am 30. April ihr Leben12 und fand ihre Ruhestätte in der Klosterkirche zu Muri13. Nach ihr wurde kein Glied der habsburgischen Familie, so viel bekannt, in Muri beigesetzt.

Wenden wir uns wieder zu Abt Rudiger. Sein erstes öffentliches Auftreten veranlasste ein Zwiespalt zwischen dem Gotteshause und der Stifterfamilie wegen der Pfarrkirche in Muri. Diese wurde gleich Anfangs vom Bischofe Werner und von den übrigen Stiftern14 dem Kloster überlassen, dann versetzt und an ihrer statt die Klosterkirche mit Beibehaltung der Pfarrrechte gebaut. Ihre Inkorporation bestätigten die Päpste in Rom (1179 und 1189) und die Bischöfe von Constanz15. Allein die der Klosterkirche und dem Konvente zugewiesenen Rechte scheinen dem Bruder des spätem Königs, Rudolf, Albrecht, Domherrn in Strassburg und Basel, entweder zuwider oder nicht bekannt gewesen zu sein. Er fühlte sich nämlich bewogen, die Collatur der Pfarrei Muri anzusprechen. Dagegen erhob sich Abt Rudiger. Die Parteien konnten sich aber weder bei einer Zusammenkunft in Zürich noch in Bonstetten am Albis verständigen und überliessen den Spruch einem Schiedsgerichte. Dasselbe war zusammengesetzt aus Konrad von Embrach und Werner, zwei Pröpsten in Zürich, Meister Rudolf von Rumlang, Meister Johann von St. Leonhard in Basel und Meister Konrad von Muri in Zürich. Der letztgenannte war ein Freund des Stiftes Muri, in dessen Nähe geboren und hatte ohne Zweifel seine erste wissenschaftliche (I-102) Bildung in den Zellen dieses Gotteshauses erlangt16. – Der Spruch erfolgte am 26. Dezember 1243. Die Richter sprachen die Kirche von Muri auf Grund der Verjährung dem Konvente zu, weil derselbe von jeher mit kirchlicher Erlaubniss, wenn gleich ohne eine in Urkunden bestimmt ausgedrückte Willensäusserung des Stifterhauses, ununterbrochen in deren ruhigem Besitze war, und die Habsburger dagegen keine Einsprache erhoben hatten17. Der Domherr, Graf Albrecht, zog dann auf Ermahnung des Bischofs von Constanz seine vorgeblichen Ansprüche zurück und liess die Verzichtleistung von seiner Mutter Heilwig, den zwei Bischöfen von Basel und Constanz und von seinem Bruder, Rudolf IV., Graf von Habsburg und Landgraf in Elsass, besiegeln.

Wenige Monate darnach (29. Februar 1244) sicherte Bischof Heinrich I. von Constanz nach der Weise seines Vorgängers Hermann18 neuerdings die Pfarrkirche in Muri nebst den drei Kapellen zu Hermetschwil, Boswil und Wohlen, wovon letztgenannte aber damals abgebrochen war, dem Konvente des hl. Martin zu und legte dem jeweiligen Abte die Verbindlichkeit auf, für den nöthigen Gottesdienst zu sorgen. Ferner setzte der Bischof fest: „Es solle in der Pfarrkirche zu Hermetschwil („ecclesia parochialis“) ein Vikar mit ausreichendem Einkommen angestellt sein, der unter der Gewalt des Bischofs steht; doch soll der Abt von Muri die Gemeinschaft der Nonnen (Collegium monialium) daselbst im Geistlichen wie im Zeitlichen nach der Regel des hl. Benedikt lenken“. In Anbetracht der vielen Neckereien und Beschwernisse19, denen das Kloster ausgesetzt war, überlässt der Bischof mit Zustimmung des Domkapitels dem Abte und beiden Konventen in Muri und Hermetschwil auf immer die Quart, welche er in Rohrdorf und Stallikon von dem Antheile Muri's zu empfangen berechtigt wäre. Jedoch durfte das Kloster Hermetschwil aus (I-103) dieser Gnade hinsichtlich der bischöflichen Quart in Stallikon kein Recht für sich in Anspruch nehmen20. Laut Urkunde vom Jahre 1320 hatten die Frauen in diesem Dorfe des heutigen Kantons Zürich bedeutende Besitzungen21. Die Urkunde des Bischofs für Muri wurde in dem Kapitelhause zu Constanz in Gegenwart vieler Kleriker und Laien ausgestellt.

Wegen dieser vielen Gnaden wollten Abt Rudiger und sein Konvent dem Bischofe Heinrich auch erkenntlich sein und traten am gleichen Tage (29. Februar 1244) ihm und seinem Domkapitel von Constanz für immer das Collaturrecht in Thalwil am Zürichsee, mit Ausnahme der dortigen Besitzungen, schenkweise ab22. Später (1253) überliess Bischof Eberhard diese Collatur an das Kloster Wettingen um den Gegentausch der Collatur zu Lienheim oder Rinheim23.

Die Wogen des Kampfes zwischen Papst Innocenz IV. und Kaiser Friedrich II. gingen seit 1245 sehr hoch. Das Concil in Lyon hatte den Kaiser Friedrich II. feierlich aus der Kirche ausgeschlossen und die Folgen des Kirchenbannes für ihn verkündet. Deutschland und Italien waren zwischen Papst und Kaiser getheilt. Des Kaisers Sohn, Konrad, kämpfte in Deutschland mit abwechselndem Glücke wider den Gegenkönig Heinrich Raspe von Thüringen, bis dieser 1247 starb und Wilhelm von Holland zum Nachfolger erhielt. In Italien stritt Friedrich II. selbst mit seinem Freunde Ezelino di Romano gegen die päpstliche Partei; hatte aber entschiedenes Unglück vor Parma und starb am 13. Dezember 1250 im 56. Altersjahre. Papst Innocenz IV. blieb in Lyon unter dem Schutze des fränkischen Königs Ludwig IX.

Die Hauptlinie der Habsburger (Rudolf IV.) hielt entschieden zu Kaiser Friedrich II., Rudolf's Taufpathen. Der Bann traf daher auch ihn und das unter seinem Schutze stehende Kloster Muri. Die Laufenburger-Linie (Rudolf III., der Schweigsame) schwankte. Anfänglich hielt sie zur Partei des Kaisers, verliess aber dieselbe, als 1239 Papst Gregor IX. den Kaiser bannte. In Folge dessen erhörte der Kaiser die Bitten der Schwyzer und gab ihnen (1241) scheinbar eine Freiheitsurkunde, die der Form nach für den Kaiser keine Verbindlichkeit hatte, aber doch hinreichend war, um Rudolf den Sehweigsamen zu (I-104) schrecken24. Dieser söhnte sich wieder mit Friedrich II. aus und erschien in seinem Lager bei Capua auf italienischem Boden. Als Rudolf der Schweigsame jedoch den Spruch des Concils von Lyon (1245) vernahm, trat er wieder zur päpstlichen Partei über. Die Bewohner des Amtes Muri standen, wie die von Schwyz, Sarnen und Luzern, unter diesem Grafen und wurden mit ihrem Herrn neuerdings vom Banne gelöst25. Daher konnten sie ihre Pfarrkirche frei betreten, während die Klosterkirche wegen des Kastvogtes, Rudolf IV., der noch immer zum Kaiser hielt, geschlossen war. Das gereichte dem Konvente zu grossem Nachtheile, um so mehr, weil dieser Rudolf der Jüngere öfters in dem Muri nahe gelegenen Bremgarten hauste26.

In diesen Bedrängnissen wendete sich Abt Rudiger von Muri an den Papst Innocenz lV., der noch immer in Lyon weilte, und bat ihn um einen Schirmbrief. Der Papst stellte ihm einen solchen aus am 21. April 1247. In dieser Bulle werden dem Kloster die gleichen Kirchen und Kirchensätze, wie auch Güter und Höfe bestätigt, die von der päpstlichen Bulle aus dem Jahre 1179 erwähnt sind27; nur weniges ist hinweggelassen. Doch neu sind in dieser Bulle folgende Bestimmungen: von Novaläckern (Neubrüchen), welche die Mönche entweder mit eigenen Händen oder auf ihre Unkosten herstellen, und von denen bisher Niemand einen Zehent bezogen, so wie von dem Futter für das Vieh des Klosters, darf Niemand eine Abgabe fordern; wenn Kleriker oder Laien, Freie oder Freigelassene in's Kloster eintreten wollen, können sie zur Profession ohne Anstand zugelassen werden28; kein Mönch darf nach abgelegten Gelübden ohne Erlaubniss das Kloster verlassen, es sei denn, dass er in einen strengern Orden übertritt; ebenso darf kein Abt einen fremden Religiosen zurückbehalten, wenn ihm die nöthigen schriftlichen Zeugnisse fehlen; hinsichtlich des Chrisams und der hl. Öle (zur Spendung der hl. Sakramente), bezüglich der Consekration der Altäre und Kirchen und des Empfanges der hl. Weihen sollen die Mönche sich an den Diöcesanbischof (I-105) wenden, vorausgesetzt, dass er katholisch ist und in Gemeinschaft mit dem römischen Stuhle steht; innerhalb des Pfarrbezirkes darf Niemand ohne Erlaubniss des Diöcesanbischofes und des Konventes eine neue Kapelle oder ein Bethaus bauen, es sei denn, er hätte ein päpstliches Privilegium; kein Erzbischof, Bischof, Archidiakon, Dekan, noch sonst eine geistliche oder weltliche Person darf dem Kloster neue oder ungebührliche Lasten auflegen: Zehenten und Kirchengüter, welche von Laien widerrechtlich an sich gerissen wurden, kann der Konvent im Namen des Papstes zurückfordern; überdiess verbietet der Papst in väterlicher Sorgfalt für den Frieden und die Ruhe der Mönche kraft apostolischer Gewalt jeglichen Raub, Diebstahl, Brandstiftung, Blutvergiessen, Mord und Gewaltthat innerhalb der Umfriedung des Klosters und seiner Ökonomiegebäude. Endlich werden die in frühern Urkunden gewährten Gnaden (freie Abtwahl etc.) bestätigt29. Der Inhalt der Urkunde ist voll Kraft und Ernst und fusst auf dem Boden unwandelbarer Gerechtigkeit gegen Jedermann, ohne Rücksicht auf Personen. Vom römischen Stuhle kam Tadel und Lob nach Gebühr, Schutz für den Bedrängten und Strafe für die Frevler, was die Liebe und das Zutrauen zu demselben erhöhte.

Etwa sechs Wochen vor Erlangung dieser Bulle verkaufte Abt Rudiger am 15. März um 24 Pfund oder um 6 Schilling jährlichen Zinses die Güter in Seldenbüren (auf dem Albis) an das Kloster Engelberg, vielleicht weil ihm zur Bestreitung der Auslagen für den päpstlichen Schirmbrief die nöthigen Gelder fehlten30.

Das folgende Jahr (1248) kamen der Domherr Albrecht und sein Bruder Rudolf IV. von Habsburg nach Muri zum Anniversarium ihres Vaters Albert IV., der im Oriente vor ungefähr sieben Jahren gestorben war. Dieser Umstand deutet auf eine Annäherung des Domherrn und seines hochstrebenden Bruders zu dem Hausstifte. Möglich, dass Abt Rudiger in Lyon für seinen Kastvogt wegen Lösung vom Banne intercedirte und selbe auch unter gewissen Bedingungen für diesen Fall erhielt, oder dass Rudolf lV. als Gebannter während des Gottesdienstes ausserhalb der Kirche blieb.

Weil die Klosterkirche wegen des Kastvogtes, der die Partei Kaiser Friedrichs II. nicht aufgeben wollte, für Auswärtige (I-106) noch immer geschlossen und der Gottesdienst ohne Geläute von den Mitgliedern laut der päpstlichen Bullen von 1179 und 1189 nur mit halblauter Stimme (suppressa voce) gehalten werden durfte, so wandte sich Rudolf III., der Schweigsame, der sich der unschuldigen Mönche erbarmte, an Papst Innocenz IV. nach Lyon mit der Bitte, den Gottesdienst feierlich halten zu dürfen. Allein der Papst bestätigte am 1. Februar 1249 nur das Privilegium, welches die Päpste Alexander III. und Clemens III. dem Kloster verlieben hatten, und gibt zugleich den Grund an, warum die Unterthanen des Grafen Rudolf des Jüngern in das Interdikt gekommen, weil dieser noch immer dem „ehemaligen Kaiser Friedrich anhange“;31 ja diese Bulle untersagt sogar die Abhaltung eines stillen Gottesdienstes den Mönchen, sofern sie Antheil an der Ursache des Interdiktes hätten, oder das Interdikt über sie insbesonders ausgesprochen worden wäre. Allein weil Kaiser Friedrich II., den die katholische Kirche nicht mehr als solchen anerkannte, im folgenden Jahre starb, so hatten die tiefgehenden Folgen des traurigen Interdiktes auch für Muri das Ende erreicht.

Seitdem scheinen dem Abte Rudiger glücklichere Tage geblüht zu haben, wenn wir nämlich das gänzliche Schweigen aller Archive über sein ferneres Leben als ein günstiges Zeichen auslegen wollen. Zwar melden unsere Hauschronisten32, Abt Rudiger sei beim Spruche, den Bischof Eberhard 1254 zu Gunsten des Stiftes Beromünster gethan, von 19 Zeugen als der erste genannt; allein von dieser Urkunde will Niemand etwas wissen, und zudem erging der Spruch nicht 1254, sondern am 12. Aug. 125533. Abt Rudiger erhielt den ewigen Lohn für seine Mühen am 23. November34. Das Todesjahr möchte 1256 sein35. Ihm folgte als achtzehnter Abt in Muri – Walther II.

Wir können nicht entscheiden, ob dieser Abt oder sein Vorgänger, Abt Rudiger, in der Urkunde vom 9. November 1256 (I-107) gemeint sei; denn die Namen der Äbte von Muri und Wettingen, welche dieses Aktenstück siegeln, sind leider nicht angegeben und die Siegel scheinen zu fehlen36. Zugleich fällt es auf, dass auch dieser Walther, wie Abt Walther I., in's Hermetschwiler-Nekrologium einzutragen vergessen wurde, obgleich er unbestritten um diese Zeit die äbtliche Würde in Muri besass. In den Jahren 1259 und 1260 tritt er öfters in den Urkunden auf, und P. Meinrad Bloch hat uns sogar aus der Urkunde vom 26. April 1260 Walther's Siegelinschrift überliefert37, welche ihn deutlich als Abt von Muri ausweist. Sehen wir uns diese Urkunde etwas näher an. Muri hatte nicht unbedeutende Besitzungen in Islikon38, welche es an die Cistercienserinnen in Frauenthal, im heutigen Kanton Zug, verkaufen wollte. Diese Güter, welche ehedem Eigenthum der Habsburger waren, hatte das Stift Muri seinen Dienern Walther, dem Sigrist, und Kuno, „Spielmann“ genannt, als Erblehen übergeben. Beide verzichteten darauf für sich und ihre Nachkommen. Gleiches thaten durch zwei Urkunden vom 13. Febr. 1259 hinsichtlich der Vogteirechte die beiden habsburgischen Linien, Graf Rudolf IV. und die noch lebenden Söhne Rudolf's des Schweigsamen, Gottfrid, Rudolf und Eberhard von Laufenburg. Nach Lösung dieser Verbindlichkeiten trat dann Abt Walther jene Güter im Einvernehmen mit seinem Konvente an das besagte Frauenkloster ab laut Urkunde vom 17. Februar desselben Jahres39. Der Verkaufspreis war 17 Mark und 5 Schillinge. Als Grund der Veräusserung gibt die Urkunde den Nutzen des Klosters an. Zu beachten ist dabei noch, dass in diesem letztgenannten Aktenstücke der Murikonvent, soviel uns bekannt ist, das erste Mal das Siegelrecht neben dem Abte in Anspruch nimmt durch Beifügung des Schlussatzes: „Wir, der vorgenannte Konvent von Muri, gebrauchten als miteinverstanden in dieser Sache das Siegel unseres Abtes“. Er hatte somit noch kein eigenes Siegel.

Ein weiterer Verkauf fand unter Abt Walther II. am 6. Juli 1260 statt. Muri gab mit Zustimmung des Grafen (I-108) Rudolf IV. das Gut Rattlisberg am Albis40 an das Kloster Kappel als Erblehen, sowie dasselbe von den Grafen von Habsburg als eine freie Gabe an Muri gekommen war. Die Veräusserung geschah vom Abte und Konvente um 10 Mark Silber und 10 Mütt Kernen, welche Kappel jährlich auf den St. Gallentag in die Burg von Maschwanden zu entrichten hatte; bei Hagelschlägen oder andern Unglücksfällen erfolgte Zinsermässigung. Auf diesen Gütern waren zugleich mehrere Leibeigene, welche durch Urkunden (10. und 12. August) von Muri an Kappel abgegeben wurden41. Beide Urkunden enthalten den Namen Walther, Abt von Muri. Obiger Jahreszins lässt auf einen bedeutenden Gütercomplex, den Muri in „Bruder Albis“ hatte, schliessen. Doch die Vogtei darüber gehörte nicht den Habsburgern, sondern den Edlen von Schnabelburg42. Diese, die Gebrüder Johannes und Berchtold, verkauften sonach mit Einwilligung der übrigen Geschwister und Verwandten43 die Vogtei um 29 Mark Silber an Kappel. Die Schnabelburger scheinen indess die Vogtei nur als Unterlehen inne gehabt zu haben; denn am gleichen Tage belehnen die Habsburger Rudolf, Propst der Domkirche zu Basel, Rudolf, der Landgraf von Elsass, Gottfrid und Eberhard, die Grafen von Habsburg-Laufenburg, das Kloster Kappel mit der Vogteiherrlichkeit über Leute und Güter in Rattlisberg44.

Im gleichen Jahre 1260 erwies am 27. April Abt Walther von Muri mit dem Prälaten von Wettingen demselben Cistercienserkloster Kappel einen Liebesdienst, indem er eine Urkunde mitsiegelte, der zufolge Heinrich, Dekan von Sarnen, ein Minnesänger, und Johannes, Ritter von Buochs, Gebrüder, zu Gunsten Kappels auf die Collatur und alle Rechte der Kirche zu Beinwil bei Muri verzichteten45. Weil unsere Hauschronisten und mit ihnen Placidus Weissenbach von Bremgarten das Datum dieser Urkunde unrichtig auf den 1. Mai 1266 stellten, so wurde Abt Walthers Regierung von ihnen zu weit, sogar bis 1270, ausgedehnt46. Allein Professor Eutych Kopp (I-109) wies schlagend nach, dass die berührte Urkunde am 27. April 1260 ausgestellt worden sei47. Das Jahr und den Tag des Hinganges dieses Abtes können wir nicht bestimmen. Wohl steht er im neuen Nekrologium Muri's am 2. Jänner; allein P. Johann Kaspar Winterlin stellte bei seinem Entwurfe des besagten Nekrologiums mehrere Äbte, deren Todestag ihm unbekannt war, auf den 1. Jänner und vertheilte sie dann nach dem Wunsche seines Abtes auf verschiedene Tage des Jahres48. Das Jahr seines Todes möchte 1261 sein.

Am 25. August d. J. stellte nämlich der Kastvogt Muri's, Graf Rudolf IV., in oder bei diesem Gotteshause eine Urkunde aus, gemäss welcher er dem gleichnamigen Abte Walther und dem Konvente von Engelberg eine Hofstatt in Bremgarten schenkte, unter der Bedingung, dieselbe in gutem baulichen Zustande zu erhalten. Da nun in dieser Urkunde des Abtes Walther von Muri keine Erwähnung geschieht, so meinte der Verfasser des „Versuches einer urkundlichen Geschichte von Engelberg“ daraus den Schluss ziehen zu dürfen, unser Abt Walther müsse ein schwacher Mann gewesen sein49. Wir glauben aber dagegen, abgesehen davon, dass in genannter Urkunde nur Laien als Zeugen auftreten, mit mehr Grund annehmen zu dürfen, dass Abt Walther II. von Muri nicht mehr am Leben war, und Graf Rudolf und der Abt von Engelberg aus Anlass der Abtwahl Heinrich's I. von Remingen, des Sohnes eines habsburgischen Ministerialen, in Muri zusammenkamen, um so mehr, als unter den Zeugen ein Heinrich von Remingen, vermuthlich der Vater des neuen Abtes, erscheint. Indessen preisen unsere Hauschronisten den Abt Walther II. von Muri als einen Mann, der grosses Ansehen in der Nachbarschaft genoss50. Er war es auch, der im Mai 1260 den Leichnam der durch ihre Milde51 ausgezeichneten Heilwig in Muri einsegnete und daselbst bestattete52.

Diese hochgeborne Kiburgerin hatte den Herzen ihrer Kinder tiefreligiöse Grundsätze beigebracht. Die stürmische Jugend und die Beispiele der Zeit vermochten zwar selbe bei ihrem Sohne Rudolf in den Hintergrund zu drängen; aber sie äusserten sich in seinem höhern Alter nur um so mächtiger, so dass die Sage noch heute von seinem religiösen Sinne Vieles zu erzählen weiss. Gerne weilte er in dem von ihm befestigten (I-110) Bremgarten53. Nicht unwahrscheinlich klingt es, dass er in den benachbarten Wäldern auf dem Hasenberge, Albis und im Reppischthale sein Jagdrevier gehabt habe. An der Reppisch, die bei Dietikon in die Limmat stürzt, soll es gewesen sein, wo er mitten im Jagdgetümmel ein Glöcklein hörte, dem Klange entgegen ritt und einen Priester fand, der mit dem Sakristan sich eben anschickte, den angeschwollenen Wildbach zu überschreiten. Der Graf erkennt sofort, dass ein Kranker nach dem Himmelsbrode sehnlichst verlange; er steigt vom Pferde, wirft sich auf die Kniee und betet Jesus im allerheiligsten Altarssakramente demuthsvoll an. Jetzt erhebt er sich und nöthigt den Priester, sein Pferd zu besteigen, um trockenen Fusses durch das schäumende Wasser und desto schneller zum Kranken zu kommen. Dem greisen Priester war des Grafen Güte sehr willkommen. Als er aber Tags darauf dem Grafen das Pferd dankbar zurückstellen wollte, erwiderte dieser: „Das sei ferne, dass ich je wieder das Pferd besteige, welches meinen Schöpfer und Erlöser getragen hat; es sei künftig Dir und Deinem Nachfolger zum Dienste der Seelsorge gewidmet“54.

Am gleichen Tage noch kam der Graf in das Frauenkloster Fahr55, um eine ihm verwandte und im hohen Alter stehende Nonne zu besuchen. „Gestern“, sagte sie, „und heute hast Du Gott versöhnt und ich verkünde Dir und Deinen Nachkommen für dieses Werk der Frömmigkeit und Opferwilligkeit die höchste Ehre auf Erden und die Fülle des Reichthums; Freudiges, Glückliches, Unglaubliches sage ich Dir vorher! Wandle den Pfad, den Du eingeschlagen und schreite auf demselben unermüdlich vorwärts“56! Wie diese Worte in Erfüllung gegangen sind, meldet die Weltgeschichte. –


  1. Luternau, ein Hof in der Pfarrei Buttisholz, Kt. Luzern, ehemals ein Edelsitz. Der erste bekannte Luternauer erscheint 1226 (Kopp, Geschichte II., 2, 527, 528) und am 21. April 1235 (Geschichtsfr. XIV., 241). Seine drei Söhne Werner, Burkard und Rudolf waren Dienstleute von Kiburg und massten sich die Zwinggerichtsbarkeit in dem nach St. Urban gehörigen Laugaten an. Abt Rndiger von Muri möchte nun ein Bruder der genannten Ministerialen gewesen sein und als ein „biederer und weiser Mann“, weil sein Vater gegen St. Urban gefrevelt hatte, die Sühne mit andern Räthen geleitet haben (Kopp, l. c., 526).

  2. Miscellanea, p. 19; vgl. auch Ecclesiast. von _P. Anselm Weissenbach, p. 143.

  3. Trouillat, Monum. I., 551.

  4. Argovia VIII., Beil. I.; Argovia X., 127 ff.

  5. Heer, Anonymus denudatus, p. 344 ff.

  6. Kopp, Gesch. II., 2, 581-588; Lichnowsky I., 41; Herrgott, Geneal. II., 255; Trouillat, Monum. I., 549; Argovia VIII., 329.

  7. „Diu liute, die ze Mure hœrent, uber die Graue Rudolf vogt ist, die sun viur den abbet gan ze gedinge, zwirunt in demne iare und sol sie nieman niutes da twingen, wande der abbet“ (Trouillat, Monum. I., 550).

  8. Acta Murens., Bl. 12 b.

  9. Guillim., Habsburg., ed. Tigur., p. 82; Urk. vom Jahre 1279, 5. Juni (Quellen zur Schweizer Gesch. III., Kloster Muri, S. 130-133); Herrgott, Geneal. III., 487, 488.

  10. Urk. vom 5. Juni 1279 (Archiv Muri in Aarau).

  11. Herrgott, Geneal. II., 351.

  12. Im Hermetschw. Nekrol. steht sie am 30. April in dritter Spalte („Helewic cometissa“) mit schwarzer Tinte geschrieben; dieselbe Hand trägt aber auf den 27. April eine andere „Helewic cometissa“ ein, die ihre Tochter, Gemahlin Hartmann's von Froburg, sein möchte (Annales P. Anselm W., p. 224). In den Quellen z. Schw. Gesch. III., b, lies S. 15, L. 20 von oben statt 27. April – 30.

  13. Annales Mur. P. Ans. Weissenb., p. 224: „cuius corpus ad Mon Murense defertur et in Mausolæo Habsburgicorum Comitum ... sepelitur“. Vgl. über diese Heilwig Herrgott, Geneal. Tom. I., p. 130.

  14. Acta Mur., Bl. 3 b, 4 a.

  15. S. oben, S. 84; Acta Mur., Bl, 24 a.

  16. Gerbert, Codex epistolarum Rudolfi regis, p. 7; Theod. v. Liebenau, Anzeiger für Schw. Gesch., Jahrg. 1880, Nr. 1.

  17. Arch. Muri in Aarau; Herrgott, Genealogia II., 272; Neugart, Episc. Const. II., 229; Kurz und Weissenb., Beiträge I., 16. – Zeugen: Heinrich, Propst von Basel, Peter, Kanonikus der Kirche des hl. Leonhard; Meister Heinrich von Ostra in Basel; Burkard, Kanoniker in Säckingen; Arnold, ehemals Pleban in Gersau, und später Pleban in Muri (Kopp, Gesch. II., 2, 479); Berchtold von Ramstein; Heinrich von Lowimberg; Arnold, Truchsess von Habsburg, Ritter. Die Urkunde ist in Basel (nicht Istein, wie Herrgott hat) ausgestellt.

  18. S. oben, S. 84.

  19. Nach Andeutung dieser Urkunde und des zweiten Anonymus in den Acta Murens. scheint manche trübe Stunde in diesen Zeiten des Faustrechtes über die zwei Klöster gekommen zu sein (Acta Mur., Bl. 28 b, Bl. 86 a.).

  20. Arch. Muri in Aarau; Kurz und Weissenb., Beitr. I., 132; Kopp, Gesch. II., 2, 478.

  21. Arch. des ehemaligen Frauenklosters Hermetschwil.

  22. Arnold Nüscheler, Gotteshäuser III., 385; Erzbisch. Arch. Freiburg i./Br. AA., p. 669.

  23. Kurz und Weissenb., Beiträge I. 565.

  24. Jahrbuch für Schweiz. Gesch. X., 14, 15.

  25. Argovia VIII., 331 ff.; Kopp, Gesch, II., 2, 324 ff.

  26. Am 2. Jänner 1243 urkunden die Grafen Rudolf und Hartmann von Habsburg im Hause des Schultheissen von Bremgarten (Herrgott, Geneal. II., 269), und Vitoduran sagt, dass Graf Rudolf häufig sich im Städtchen Bremgarten aufhielt (Thesaurus historise helv., p. 8; Kopp, Gesch. II., 2, 571).

  27. Vgl. oben, S. 82, 83.

  28. Diese Verordnung lässt durchblicken, dass in diesen Zeiten wilder Kämpfe öfters von mächtigen Herren freie Männer zu Leibeigenen gemacht wurden (Al. Jäger, Landst, Verfassung Tirol's I., 533 u. a. O.).

  29. Arch. Muri in Aarau; Murus et Antem. III., 22-27; Kurz u. Weissenb., Beitr. I., 132-133 (unrichtig Martii für Maji).

  30. Klosterarch. Engelberg. Zeugen: Heinrich von Schönenwerd, Heinrich von Villigen, beide Ritter; Konrad von Meisterschwand; Konrad von Jonen; Otto von Lunkhofen; Kuno von Asche; Konrad der Walker (fullarius); Walther, Maier (villicus) von Seldenbüren.

  31. Kopp, Vindiciæ Actorum, p. 306, 307; Herrgott, Geneal. II., 290; Kopp, Gesch. II., 2, 152: „quod terra nobilis uiri R. junioris comitis de Habesburc, monasterii vestri advocati, pro eo, quod Friderico quondam imperatori adhseret, supposita est ecclesiastico interdicto“.

  32. Murus et antem. IV., 38; P. Anselm Weissenbach, Annales, p. 220.

  33. Kopp, Gesch, II., 2, 499, 503; Herrgott, Geneal. II., 319. P. Anselm sagt, dass zufolge dieses Spruches die Grafen von Kiburg und Arnold von Richensee die geraubten Güter den Kanonikern zurück stellen und 300 Mark Schadenersatz leisten mussten, und dass zudem Arnold von Richensee der Kastvogtei und aller Ämter verlustig erklärt wurde.

  34. Necrolog. Hermetisv. (Quellen z. Schw. Gesch. III., S. 163).

  35. Annales, p. 228.

  36. Mittheil. von Egb. Fr. von Mülinen aus Bern. – Walther, Ritter von Hallwil, vergabt für sein Begräbniss in Wettingen ein Gut im Dorfe Seingen.

  37. Sie lautet: „S. Waltheri abbatis de Mure“.

  38. Wird kaum das im Kt. Thurgau, Pfarrei Gachnang befindliche Islikon sein, sondern ein Hof auf dem Albis Kt. Zürich oder Kt. Zug (Geschichtsfrd. XV., 212). Wäre das lslikon im Kt. Thurgau gemeint, so hätte das Kloster Frauenthal dortige Güter schwerlich gekauft.

  39. Klosterarchiv Frauenthal; Herrgott, Geneal. II., 346-348; Lichnowsky, Nr. 86; Kurz und Weissenb., Beit., I., 20. Beide Urk. sind nu Bessirstein gegenüber der Habsburg (Kt. Aargau) ausgestellt.

  40. Jetzt „Bruder Albis“ genannt und nach Husen, Amt Knonau, gehörend, ehemals der Pfarrei Baar, Kt. Zug, unterworfen.

  41. Staatsarch. Zürich; Maier von Knonau, Regesten von Kappel, Nr. 80, 81 (Mittheil. von J. Strickler, Staatsarchivar).

  42. Schnabelburg, nicht ferne von Rattlisberg auf dem Albis.

  43. Die Eschenbacher im heutigen Kt. Luzern; die Mutter der Schnabelburger war eine Eschenbacherin (Kopp, Gesch. II., 2, 376).

  44. Staatsarch. Zürich; Regesten von Kappel, Nr. 89, 91.

  45. Arch. Muri in Aarau; Kurz und Weissenbach, Beitr. I., 135. Feria tertia post Octav. Pentec. 1257 hatte Constanz dem Ritter von Buochs dieses Patronatsrecht abgesprochen (Kurz u. Weissenb., Beitr. I., 134, 135).

  46. Murus et Antem. IV., 40; Annales 233; Kurz und Weissenb., Beitr. I., 155.

  47. Kopp's hinterlassene Schriften.

  48. Archiv Muri in Gries.

  49. Vgl. Versuch, S. 86; Herrgott, Geneal.4., II., 369, 370.

  50. „Vir magnæ apud vicinos auctoritatis“ (Murus et Antem. IV., 40).

  51. Herrgott, Geneal. habsb. II., 270, 851.

  52. Annales, p. 224.

  53. Arch. Muri in Aarau, M, 2. G, 2.

  54. Guillimannus, Habsburg, ed. Tigur., p. 93.

  55. Von Bremgarten 2 ½ Stunden entfernt.

  56. Heinrich Schodeler, Stadtschreiber in Bremgarten, schrieb obige Sage im 16. Jahrhunderte nieder und stellte sie auf das Jahr 1271 (vgl. Schodeler's Chronik in der Staatsbibl. Aarau, Muri-Handschr.).