Fünftes Kapitel. Konrad II. Brunner, XXVI. Abt (1380-1410).

(I-166) So weit die Hausgeschichte erschlossen, ist Konrad II. Brunner der erste, der, aus einer Bauernfamilie entsprossen, den Abtstab in Muri führte. Sein Vater, gleichen Namens, besass einen Hof in Hasli1, nahe beim Kloster, und war diesem zinspflichtig2. Er hatte dem jungen Ordensmanne wohl ein bedeutendes „Leibgeding“ ausgeworfen, weil er schon 1363 als einfacher Konventual dem Gotteshause materielle Hülfe leisten konnte. Durch das Unglück, das wegen des Brandes über das Kloster gekommen, bewogen, brachte er sein Privatvermögen (Peculium) im Jahre 1363 zum Opfer, indem er dem Konvent einige Juchart Reben in Thalwil um 60 Gulden abkaufte3 und sie selbstverständlich demselben wieder zu freier Benützung überliess. Zur Abtwürde erhoben, machte er ansehnliche Stiftungen. Ein Vetter oder Bruder von ihm war 1400 Kirchherr zu Steine im Kanton Schwyz4.

Die Regierung des Abtes Konrad fällt in eine Zeit, die reich ist an traurigen Ereignissen in Kirche und Staat. Die Kirche war gespalten durch zwei Päpste, von denen der eine in Avignon und der andere in Rom regierte, und Millionen der Gläubigen wussten nicht, welches das rechtmässige Oberhaupt sei. In Deutschland sass der charakterlose Wenzel auf dem kaiserlichen Throne und bekümmerte sich wenig, wenn die Fürsten und Städte sich gegenseitig bekämpften. Zum Unglücke für Muri hielten die Herzoge von Österreich aus politischen Gründen zum Gegenpapste Clemens VII.5 Von diesen Herzogen waren bei der Ländervertheilung 1379 nur zwei übrig, Albrecht III. und Leopold III. Dem letztem waren die vorderösterreichischen Lande und somit auch die Vogtei in Muri zugefallen. Muthig und stets zum Kampfe gerüstet wollte dieser ein einheitliches, abgerundetes Fürstenthum in Schwaben gründen. Leopold war daher von den Städten und Herren gefürchtet. Die Zahl der Bündnisse, die bereits bestanden, wurden dadurch noch vergrössert. Von diesen zeigte sich (I-167) aber dem Herzoge keines gefährlicher, als das der Eidgenossen in den Gebirgen. Zwar dauerte der seit 1355 öfters erneute thorbergische Friede zwischen den Herzogen und den Eidgenossen fort, und 1362 hatte auch Herzog Albrecht III. die Verbindung der acht alten Orte indirekt anerkannt6. Allein die Zündstoffe für den Ausbruch des Krieges häuften sich täglich7. Indessen konnten wir keine bestimmten gleichzeitigen Beweise finden, dass Muri von 1363 bis 1380 durch Krieg geschädigt worden wäre. Jedoch Abt Konrad II. liess in weiser Fürsorge im Jahre 1381, am 7. November, die Pfarrkirche in Muri, wie auch die Kapellen in Hermetschwil, Boswil und Wohlen, ferner die Pfarreien Bünzen und Eggenwil und die Kapelle in Ättiswil (Pfarrei Sins) nach Inhalt der päpstlichen und bischöflichen Urkunden neuerdings durch den Bischof Heinrich III. von Constanz seinem Gotteshause bestätigen8. Zugleich erklärte der Bischof die eben genannten Pfarreien und Kapellen als Regularpfründen, indem er dem Abte Konrad und allen seinen Nachfolgern gestattete, diese Kirchen durch Religiosen von Muri versehen zu lassen9.

Was unser Konvent damals fürchtete, den Ausbruch des Krieges zwischen Österreich und der Eidgenossenschaft, wurde bald zur Wirklichkeit. Der Vasall des Herzogs Leopold, der Graf von Kiburg, überfiel 1385 in der Nacht die Stadt Solothurn, die zwar nicht im Bunde der Eidgenossen stand, aber mit ihnen befreundet war. Daraus entwickelte sich ein Krieg mit den letztem. Der Adel stellte sich diesmal auf die Seite Leopold's und kämpfte und fiel mit ihm am 6. Juli 1386 in der Schlacht bei Sempach. Einen ähnlichen Schlag erlitt Österreich am 9. April 1388 bei Näfels. Im folgenden Jahre machte ein Friede zwischen den Herzogen und den Eidgenossen dem verderblichen Kriege ein Ende. Muri befand sich mitten im Kriegsschauplatze und sah in diesen Zeiten des Schreckens bald freundliche bald feindliche Schaaren vor seinen Mauern. Abt Konrad II. trug Allen ein liebendes Herz entgegen und wusste auch die Gegner zu gewinnen. Einen Monat vor der Schlacht bei Sempach wollten die Züricher den Eidgenossen, welche Tannenfels, jenseits des Sempachersees einnahmen, zuziehen. Sie kamen bis zum Kloster Muri und – „da wurden sie gewandt“, schreibt (I-168) Ägid Tschudi10. Hier trat ihnen, so viel bekannt, kein feindliches Heer entgegen. Daher liegt die Vermuthung nahe, Abt Konrad habe sie durch sein Wort zur Umkehr bewogen. Noch denselben Herbst (1386) zogen die Eidgenossen bei 3000 Mann stark vor die Veste Aristau, welche Walther von Heidegg inne hatte, nahmen sie und tödteten die Besatzung – 28 Mann11. Ob bei diesem oder einem andern Streifzuge in den Aargau12 das Kloster Muri verbrannt und verheert worden sei, verschweigt der Chronist. Jedoch gewiss ist, dass unser Gotteshaus von den Eidgenossen damals durch Brand geschädigt wurde und an Gütern, Zinsen und Einkommen Nachtheil erlitten hat. Die Inkorporationsbulle der Pfarrei Sursee (16. November 1400) sagt nämlich: das Kloster Muri sei durch die Feinde des Herzogs Leopold verbrannt und so verheert worden, dass für den Abt kaum eine entsprechende Wohnung übrig blieb13. Ein Johann Merklin, der bei 10 Jahre in Muri Ammann war, bezeugt 1425 eidlich, dass die Bauern in diesen wilden Zeiten 4-5 Jahre keinen Zins zahlten14. Abt Konrad II. klagte desshalb bei Friedensverhandlungen um das Jahr 1387, dass man ihm die Gefälle nicht verabfolge oder verabfolgen lasse15, und dass in Thalwil sogar nach Verkündigung des Friedens16 sein Kloster an Wein17 und an der Vogtei geschädigt worden18.

Die Herzoge von Oesterreich waren, weil die Klagen des Abtes bei den Eidgenossen fruchtlos blieben, bestens bemüht, für die Schäden, welche das Hausstift ihretwegen vorzüglich erlitten, (I-169) Ersatz zu leisten. Nach dem Leopold bei Sempach gefallen war, erhielt sein älterer Bruder Albrecht III. die Vogtei über Muri. Dieser erschien mit Leopold's ältestem Sohne, Wilhelm, bald nach der unglücklichen Schlacht und liess die Leiche des Erschlagenen in Königsfelden beisetzen. – Albrecht III. behielt nicht lange die Vogtei über Muri, da er schon 1305 das Zeitliche segnete. Nun folgten die Söhne des Gefallenen in der Vogtei des Klosters Muri rasch auf einander, Wilhelm († 1406), Leopold IV. († 1411) und Friedrich IV. „mit der leeren Tasche“ († 1439). Allein der letztgenannte blieb bloss bis 1415 im Besitze dieser Vogtei, weil die Eidgenossen in Folge seiner Ächtung durch König Sigmund sich des Aargaues bemächtigten.

Als Herzog Leopold IV. am 18. Oktober 1396 in Brugg die Geschäfte der vorderösterreichischen Lande abwandelte, eilte Abt Konrad II. mit der Bitte zu ihm, die Freiheiten und Rechte Muri's zu bestätigen. Der Herzog entsprach dem Gesuche in seinem und seines Bruders Wilhelm Namen19. In kirchlicher Beziehung scheint dieser Fürst dem rechtmässigen Papste Bonifaz IX., dem Nachfolger des Papstes Urban VI., sich zugewendet zu haben20. Er huldigte jedoch milderen Grundsätzen und 1397 erklärte er, dass die Geistlichkeit, welche Benedikt XIII., dem Papste in Avignon, anhängt, dahin unbeirrt ihre Abgabe entrichten dürfe21. Während aber Beromünster seine Kirchen sich in Rom vom rechtmässigen Papste inkorporiren liess, eilte Muri nach Avignon und bat zu seinem eigenen Schaden den Gegenpapst um die Inkorporation der Kirche in Sursee. Dies führt uns zur Besprechung der Vergabungen, welche das durchlauchtigste Stifterhaus als Ersatz für den durch die Eidgenossen erlittenen Schaden unserem Kloster leistete.

Abt Konrad II. befand sich am 3. Februar 1390 bei Herzog Leopold IV. in Freiburg i. Br. und erhielt von ihm die Pfarrei Villmergen mit der Eigenschaft und allem Nutzen für den Tisch seines Konventes. Dafür gab der Abt als kleines Gegengeschenk, um der Vergabung den Schein eines Tauschvertrages zu geben, den im Jahre 1370 um 500 Pfd. Stäbler (I-170) angekauften Hof in Bellikon hin22. Die Vergabungen begründete der grossmüthige Herzog mit den Worten: „dass er angesehen und betrachtet die grossen Schäden, die das ehrwürdige Gotteshaus zu Muri mannigfaltig unsertwegen empfangen hat in den Kriegen wider unsere Ungehorsamen – die Schwyzer, und sonderlich, dass dasselbe Kloster von unsern Vordem gestiftet worden ist, von denen auch viele da begraben sind“23. Die Besitzergreifung der Pfarrei knüpfte der Herzog jedoch an deren Ledigwerden durch Heinrich Ribin24, den damaligen Kirchherrn. Diesen hatte Herzog Leopold III. im Jahre 1376 zufolge eines schon 1374 mit Bischof Johann von Brixen und Heinrich Schultheiss abgeschlossenen Vertrages damit belehnt. Allein diese Pfründe beanspruchten gleichfalls laut Brief der Herzoge Albrecht und Otto von Österreich die Edlen Hemmann, Rudolf und Thüring von Hallwil, die nicht gewillt waren, auf dieselbe Verzicht zu leisten. Der junge Heinrich Ribin wusste aber sich schnell die bischöfliche Bestätigung zu verschaffen. So blieb denn nur übrig, dass Herzog Leopold III. am Ostertage 1376 in Schaffhausen den Herren von Hallwil gelobte, ihnen die Pfründe zu verleihen, wenn sie das nächste Mal erledigt würde25. Inzwischen geschah nun die Vergabung dieses Kirchensatzes an Muri, wie oben gemeldet wurde, welchem Herzog Leopold IV. auch die Versicherung beigefügt hatte, dass es selbe nach Ribin's Tode sofort besetzen dürfe. Abt Georg, der 1410 dem Abte Konrad II. gefolgt war und um die Sache wusste, schickte seinen Konventualen Friedrich Zumthor zu den Herren von Hallwil26. Diese liessen dem Kloster wissen, dass ihnen die Kirche in Villmergen als Pfand zugesichert sei, und dass sie desshalb darauf warten27. Darnach wendete sich der Abt an das Reichs-Oberhaupt, König Sigmund, an den der Kirchensatz von Villmergen durch den Ausspruch der Reichsacht über Herzog Friedrich IV. als Reichslehen (1415) gefallen war, und liess sich und seinem Gotteshause durch diesen neuerdings am (I-171) 28. Feb. 1425 die Kirche in Villmergen zusichern28. König Sigmund versuchte sogar durch eine besondere Gesandtschaft die Hallwiler zu bewegen, von ihrer Anwartschaft zu Gunsten des Klosters abzustehen. In Hinsicht des hohen Bittstellers und aus Liebe zum Kloster Muri willfahrten sie noch dasselbe Jahr der Bitte29. Sofort ersucht Muri den Papst Martin V. um die Inkorporation der Pfarrei. Selbe wird schon am 5. Juni des gleichen Jahres in Rom ausgesprochen und zwar in Anbetracht dessen, weil König Sigmund das Patronatsrecht dieser Kirche und des Altares der seligsten Jungfrau Maria30 als Reichslehen dem Kloster laut vorgewiesener Briefe abgetreten habe31. Die Bulle ging aus der Hand des Papstes an Albrecht, Abt in Rüti bei Rapperswil, damit er nach eingezogener Information deren Inhalt in Wirksamkeit treten lasse. Muri wählte für den angesagten Informationsprozess Herrn Johann Stephan als Sachwalter32. Am 3. November 1425 erschienen um l Uhr die vorgeladenen Zeugen im Kreuzgange der Kirche St. Felix und Regula in Zürich33. Darunter war auch Heinrich Ribin (oder Schultheiss), Pfarrer in Villmergen Stifter der St. Michaelspfründe daselbst. Die Aussagen der Zeugen über Muri sind vorhanden, und wir werden sie, weil sie das innere Klosterleben berühren, an ihrem Orte benützen. Der apostolische Commissär entliess vorläufig die Zeugen, lud sie aber unterm 19. Nov. d. J. wieder ein, vor ihm in Zürich den 27. November zur Anhörung des Spruches zu erscheinen. Keiner der Geladenen oder derer, welche die Inkorporation hätten anfechten können, erschien, nur der Ammann von Muri war gekommen, um den Spruch entgegen zu nehmen. Derselbe lautete: „König Sigmund hatte die Kirche in Villmergen mit dem Hochaltare (Peter und Paul) und dem Altare U. L. Frau wirklich dem Kloster Muri geschenkt und die (I-172) päpstliche Bulle tritt daher in Kraft34. Heinrich Ribin, Pfarrer in Villmergen starb am 15. August 143135. Aber jetzt tauchten für Muri neue Schwierigkeiten auf. Papst Martin V. war dasselbe Jahr, nämlich den 20. Februar, gestorben, und sein Nachfolger, Eugen IV., annullirte sofort durch eine Bulle alle ausgesprochenen aber noch nicht vollzogenen Inkorporationen von Kirchen und Pfründen. Das traf gerade Muri wegen des Kirchensatzes in Villmergen. Meister Heinrich Menger36, Kanoniker in Constanz, benützte sogleich die Verlegenheit unseres Klosters für seine Privatzwecke. Durch gute Freunde wusste er in Rom ein päpstliches Schreiben (23. Dezember 1431) zu erschleichen. Dasselbe ist, auffallend genug, nicht an den rechtmässigen Bischof Otto III. von Constanz, sondern an den elektensischen Bischof, Peter, und den Abt von Kappel, Werner III., gerichtet. Peter übergab das Schreiben dem Bischofe Otto III., von Constanz, mit dem Auftrage, den Handel zu prüfen und Menger nach Befund in die Kirche von Villmergen einzuführen. Allein Muri hatte sich schon am dritten Tage (18. Aug.) nach Ribin's Tode durch den Dekan des Ruralkapitels, Rudolf von Wohlen, in die Rechte dieser Kirche einsetzen Jassen, verabsäumte jedoch, einen bestimmten Pfarrvikar dahin zu setzen. Bischof Otto befahl nun, Dekan Rudolf solle Heinrich Menger am 8. März 1432 als Pfarrer in Villmergen investiren. Muri war dadurch aus seinen Rechten verdrängt. Abt Georg und der Konvent riefen sofort in der Noth die Eidgenossen, ihre Kastvögte, und den König Sigmund um Hilfe an. Letzterer richtete höchst wohlwollend ohne Verzug ein Schreiben an den Papst Eugen IV. Die VI Schirmorte waren als Herren des Landes unserm Kloster gleichfalls gewogen. In ihrem Schirmbriefe, der nicht lange vorher für Muri (16. Oktober 1431) ausgestellt worden war37, hatten sie unserem Konvente den Schutz für den Kirchensatz in Villmergen namentlich zugesagt. Der Rath in Zürich empfahl die Sache des Klosters in (I-173) Muri dem Könige Sigmund durch ein besonderes Schreiben38 und hebt in demselben zunächst das fleissige Abhalten des Gottesdienstes hervor. Der König wollte, weil sein Schreiben in Rom ohne Wirkung geblieben war, dem Papste persönlich die Angelegenheit bei seiner Romfahrt vorlegen. Wegen der Hussiten-Kriege gelangte er erst auf das Pfingstfest 1433 nach Rom und empfing da die Kaiserkrone39. Mitten im Rausche der Freuden erinnerte er sich des Stiftes Muri, und Papst Eugen IV. inkorporirte endgiltig die Pfarrkirche in Villmergen am 1. Juli dieses Jahres unserem Gotteshause, erwähnte der Bulle des Papstes Martin V. und beauftragte den Abt von St. Gallen, Eglof Blarer, nach üblicher Untersuchung40, die Inkorporation besagter Kirche auszusprechen. Der Sachwalter Muri's war bei dem Informationsprozess Albert Oberrhein, Pfarrektor in Zug. Abt Eglof sprach zu Gunsten des Gotteshauses in Muri und bestimmte den 10. Jänner 1434 für die Besitzergreifung des vielbestrittenen Kirchensatzes. Der bischöfliche Vikar von Constanz, Johannes Lüthy, forderte den Meister Heinrich Menger zur Abdankung auf. Dieser legte sofort die Pfarrei in die Hände des Weihbischofes, und Muri wählte Rudolf von Wohlen, Dekan des Kapitels Mellingen, zum Pfarrer von Villmergen. Der beeidigte Notar, Johannes Fietz, vollzog am besagten Tage die Inkorporation und setzte Muri in die ruhige „Gewehr“ dieser Pfarrei. Zum Zeichen dessen genoss Abt Georg im Hause des neugewählten Leutpriesters Brod und Wein41. – Jetzt zurück zu den fernem Vergabungen der österreichischen Herzoge an Muri unter Abt Konrad II.

Die Pfarrei Sursee am Sempachersee im heutigen Kt. Luzern, reich an Zehnten von Büron bis nach Rothenburg, befand sich bis 1399 in den Händen der Habsburger. Herzog Leopold IV. schenkte sie am 5. Oktober gleichen Jahres aus gleichen Gründen, wie die Kirche zu Villmergen, und ebenfalls unter dem Scheine eines Tausches mit dem Hofe in Bellingen (I-174) dem Gotteshause Muri42, Gertrud Schrägin vergabte bald darnach für den Bau dieser Pfarrkirche ihr Haus und alle ihre Besitzungen43. Vom Kirchensatze daselbst besass Muri schon von jeher den zwanzigsten Theil44. Nebst der Pfarrkirche vergabten die Herzoge in der Stadt noch ein grosses Haus und ausserhalb der Stadtmauern einen schönen Baumgarten45, ebenso die drei Altäre in der Pfarrkirche (Kaplaneien), die österreichische Lehen waren46.

Berchtold, Graf von Kiburg, welcher die Kirche von Sursee damals inne hatte, resignirte auf sie am 18. Okt. 1400 zu Freiburg i. Br. im Hause des Johannes Peyger. Dieser war Rektor der Pfarrkirche daselbst und Vikar des elektensischen Bischofs Heinrich47, woraus erhellt, dass Graf Berchtold zu dem Gegenpapste hielt. Herzog Leopold erliess vor und nach dieser Resignation öffentliche Schreiben, worin er zunächst seinem Oheim, Hans von Lupfen, Landvogt im Aargau und Thurgau, beauftragt, Muri bei der Kirche von Sursee und bei der Lehenschaft der drei Altäre „festlich“ zu schirmen48, ebenso befiehlt er dem Schultheissen und Rath von Sursee, das Kloster im Besitze der Pfarrkirche ruhig zu belassen, zumal ihr Pfarrer, Graf Berchtold, die Pfarrei gutwillig aufgegeben und in seine Hände gelegt habe49. Gleichzeitig (19. Oktober 1400) ertheilte auch der Bischof von Constanz der Abtretung dieser Lehen seine Genehmigung50. Daher zögerte auch der Gegenpapst, Benedikt XIII., an den sich Muri wendete, keinen Augenblick, die Inkorporation (16. November 1400) auszusprechen51. (I-175) Die Bulle begründet die Gewährung der Bitte durch Hinweisung auf den Klosterbrand, die feindlichen Verheerungen, Pest52 und mannigfaltige Kriegsungemache. Wenige Wochen darnach (12. Dezember) befahl der elektensische Bischof, Heinrich53, seinem Vikar, Peyger, die Inkorporation besagter Kirche zu vollziehen, ja, Bischof Heinrich erklärte sogar zu Gunsten des Klosters Muri die von den österreichischen Herzogen geschenkte Pfarrkirche in Sursee als Regularpfründe. Abt Konrad II. zahlte dem zuvorkommenden Bischof schon 1401 die übliche Abgabe der ersten Früchte (Annaten) von Sursee, wofür ihn Johann Peyger quittirte54. Doch bald regte sich im Murikonvente das Gewissen wegen der Rechtmässigkeit des Papstes Benedikt XIII. Die Mönche kehrten ihm den Rücken (die Gründe sind nicht angegeben) und wandten sich an den damals (1404-1406) regierenden Papst Innocenz VII. nach Rom, indem sie ihm die Akten der Inkorporation der Pfarrei Sursee mittheilten. Dieser beauftragte den rechtmässigen Bischof von Constanz, Marquard Randeck (1398-1406), die Inkorporationsangelegenheit wegen Sursee zu untersuchen und nach Umständen die Altäre dem Kloster Muri kirchlich einzuverleiben. Marquard entkräftete sodann alle diesbezüglichen Dokumente Benedikt's XIII. (genannt Peter de Luna) und des elektensischen Bischofs, Heinrich, und bestätigte endgiltig am 21. Aug. 1405 zu Schaffhausen im Hause des Ritters Thüring von Sissach die Inkorporation der Pfarrkirche in Sursee, jedoch die von Bischof Heinrich ausgesprochene Regularisation der Pfarrpfründe wurde aberkannt55.

Wenn Herzog Leopold schon befohlen hatte, den Murikonvent unbehelligt im Besitze der vier Altäre in Sursee zu belassen, so war das Kloster dennoch genöthigt, im Jahre 1405 zwei Gegnern bei öffentlichen Gerichten entgegen zu treten. Zunächst widersetzten sich der Inkorporation der Pfarrei Sursee die Gebrüder Albrecht, Ritter, und Rudolf und Heinrich von Homberg56. (I-176) Der Spruch des Landvogtes, Graf Hans von Lupfen, lautete: Muri zahle den Herren von Homberg für ihre Ansprüche 62 Gulden. Die Gebrüder quittirten Muri am 26. Jänner 1405 und entsagten allen ferneren Ansprüchen auf die Kirche57. Dann erhoben sich wider unser Gotteshaus der Rath und die Bürgerschaft von Sursee und beanspruchten die Besetzung der Leutpriesterei und der drei übrigen Pfründen. Der eben genannte Landvogt, wie auch Graf Otto von Thierstein, Junkher Rudolf von Aarburg und Hans Schultheiss, Vogt zu Lenzburg, erzielten bei den streitenden Parteien eine friedliche Ausgleichung58. Abt und Konvent von Muri verbrieften am 24. November 1405 folgende Vereinbarung: Schultheiss, Rath und Bürger zu Sursee wählen frei den Leutpriester; doch der Abt zu Muri präsentirt den Gewählten dem Bischofe von Constanz. Dem so installirten Pleban gibt Muri dann jährlich 12 Malter Dinkel, 12 Malter Hafer etc. Abt und Konvent leihen dagegen die drei übrigen Pfründen, die früher ein Kirchherr geliehen hat; jedoch darf keine Pfründe mit einem Konventherrn, sondern nur mit Weltgeistlichen besetzt werden. Die übrigen Pfründen59 können die Surseer frei und ohne Hinderung besetzen. Das Gotteshaus Muri erbt auch keinen Leutpriester und keinen Pfrundherrn60.

Herzog Leopold IV. glaubte, er habe dem Hausstifte den Schaden, den es durch die Kriege erlitten, durch die Hingabe der zwei Kirchensätze von Villmergen und Sursee noch nicht genügend beseitigt, und fügte obigen zwei Kirchen eine dritte hinzu – die von Lunkhofen61.

Wie in den zwei vorausgehenden Vergabungsurkunden beauftragt er auch in dieser am 2. Februar 1403 zu Graz seine Landvögte und Hauptleute, Muri im Besitze dieser Kirche zu schirmen, und räumte dem Kloster das Recht ein, diese Pfarrei (I-177) mit Brüdern aus seiner Mitte besetzen zu dürfen62. Die kirchliche Bestätigung dieser Vergabung erfolgte erst 1414. Herzog Leopold war indessen gestorben (1411) und an seine Stelle trat Herzog Friedrich. In diese Zeit fällt jenes traurige Schisma, das drei Päpste einander gegenüber stehen sah. Gross waren die Wirren, die es hervorrief. An welchen von diesen drei Päpsten sollte man sich wenden? Die einen wandten sich an Gregor XII., der als rechtmässiger Papst angesehen werden kann, andere an Peter de Luna (Benedikt XIII.), die Mehrzahl aber war für den Pisaner Papst Johannes XXIII. An diesen wandte sich jetzt Muri. Er befand sich gerade in Ferrara, als er das Bittgesuch des Abtes Georg wegen eben berührter Pfarrei entgegen nahm. Der Papst willfahrte der Bitte am 21. April 1414. Er nennt aber in der Bulle nicht Herzog Leopold IV. als Donator, sondern Friedrich IV., weil diesem seit dem Tode des erstern die Kirche von Lunkhofen zugefallen war63. Aus dieser Urkunde geht hervor, dass Muri nur ein Einkommen von 150 Mark Silber hatte.

Der damalige Pfarrer in Lunkhofen, Johannes Sure, gab ohne Widerrede die Pfründe in die Hände des Abtes Georg ab. Dieser wählte sogleich im Einverständnisse mit seinen Mitbrüdern für die Pfarrei einen Vikar64.

Herzog Friedrich IV. hatte schon vor dem Tode seines Bruders die Verwaltung Vorderösterreichs und die Vogtei in Muri übernommen. Den Verlust der Stammlande im Aargau gleichsam voraussehend, legte er am Sonntage nach St. Michael (3.. Oktober 1406) ein merkwürdiges Aktenstück zu immerwährendem Andenken an die Stifterfamilie unsern Mitbrüdern in die Hände. Sein Inhalt klingt wie die Verordnung eines Vaters, der in weite Ferne reist, aber nach vielen Jahren ein Wiedersehen seiner indessen zurückbleibenden Kinder hofft. Hören wir den Wortlaut:

„Wir Friedrich von Gottes Gnaden, Herzog von Österreich, zu Steyer, zu Kärnten, zu Krain, Graf zu Tirol u. s. w. thun kund für die hochgebornen Fürsten Unsere lieben Brüder und Vettern, (für) Uns und Unsere Erben: – Weil das würdige Gotteshaus Muri von weiland Kaiser Heinrich dem Vierten (I-178) löblichen Gedächtnisses ehrwürdiglich gebaut, gestiftet und gewidmet65, und diese Stiftung von Kaiser Konrad auch löblichen Gedächtnisses ist bestätigt worden66, dieselbe Ordnung und Stiftung von weiland dem ehrwürdigen Wernher, Bischof zu Strassburg, dem Grafen von Habsburg, ward dargegeben, und er die Abtei mit erblichen Rechten völlig besass, wie die Freiheit und Stiftbücher, die dasselbe Kloster zu Muri hat, eigentlich inne haben67, und sonderlich weil das ehegenannte Gotteshaus in solcher Weise gefreit ist, dass es mit allen seinem Zubehör, das es damals hat und noch gewinnt, unter keiner weltlichen Personen-Gewalt nimmer kommen solle und nur in Unterthänigkeit seines Abtes und seines Kastvogtes stehe, auch da nun mit Erbschaft und rechter Gewalt an Uns die Herrschaft von Österreich gefallen ist, dass Wir des Gotteshauses Kastvogt sind und seine Leute und Güter zu schirmen haben, als dieses von Alters her an Uns gekommen ist: so haben Wir demnach dem Gotteshaus zu Muri die Gnade gethan, wissentlich mit diesem Briefe, dass ein jeder Abt daselbst jährlich im Mai, im Herbste und am St. Hilarientage (für) die drei Gerichte, die Wir mit Sonderheit zu richten, einen Richter nehmen soll und mag, wer ihm dazu tauglich scheint, der (dann) in Unserm Namen das Gericht besitze und verwalte nach des Gotteshauses alten Gesetzen, doch nur so lange, bis Wir das widerrufen. Wir geloben auch, dass weder Wir noch Unsere Nachkommen die Kastvogtei desselben Gotteshauses keinem Andern empfehlen sollen oder wollen, noch sie schmälern oder versetzen in keiner Weis, sondern Wir sollen und wollen das ehegenannte Gotteshaus, dazu alle seine Länder und Güter gnädiglich selbst handhaben, schirmen und beschützen, dass sie wider alte Rechte und Gewohnheiten von Niemanden höher gedrängt (besteuert) werden; auch sollen Wir Uns von demselben Gotteshaus an den Rechten, so es von Alter her einem Kastvogte pflichtig gewesen, begnügen lassen, und in deren Freiheit, Rechte und Gewohnheiten nicht eingreifen, noch sie (die Mönche) höher steuern, als von Alter her gekommen, ohne Gefährde“68.

(I-179) Die nachfolgenden Kastvögte, die Eidgenossen und die Regierung des Kantons Aargau, griffen stark in diese verliehenen Rechte ein, die Eidgenossen bestellten als Präsidenten der drei Gerichte in Muri den abgesandten Landvogt, und die aargauische Regierung legte unserm Kloster durch ein Dekret vom 20. Mai 1805 jährlich eine ausserordentliche Steuer von 6000 Fr. auf und vernichtete durch einen Grossrathsbeschluss vom 13. Jänner 1841 den fernem Fortbestand im Kanton.

Am 13. Oktober 1406 bestätigte Herzog Friedrich zu Baden dem Kloster neuerdings die von ihm und seinen Vorfahren gemachten Vergabungen, namentlich die der Kirchen zu Sursee und Lunkhofen und zwar im Hinblicke auf die von den Mönchen ihm erwiesene Treue69. – Und wie zum letzten Abschiedskusse, gleichsam als Unterpfand für das Wiedersehen nach Jahrhunderten verpfändete er dem Abte Konrad und den Religiosen am 28. Oktober 1408 die Vogtei zu Muri und Hermetschwil um 200 Gulden. In dieser Urkunde verspricht er noch einmal das Kloster zu schirmen und empfiehlt schliesslich den Unterthanen der zwei Ämter Muri und Hermetschwil70, dem Abte Konrad und seinen Nachfolgern gehorsam zu sein und Alles zu thun, was sie einem Vogte zu thun pflichtig sind; auch wiederholte er die Gnade, den Richter für die drei Gedinge frei wählen zu dürfen71. Diese Vogtei mit der Vogtsteuer ging bald (1415) an die Eidgenossen über72, ohne dass Muri von ihnen die Einlösungssumme erhalten hätte. Heinrich von Staffeln, ehemals Ammann des Klosters bezeugt am 3. November 1425, dass Muri wegen der Vogtei, welche die Eidgenossen den Herzogen von Österreich nebst andern Rechten entzogen hatten, grossen Schaden erlitten habe73.


  1. In der Urkunde vom 30. Jänner 1383 sagt Abt Konrad selbst: er stamme von Hasle aus dem Dorfe unter dem Kloster zu Mure (Arch. Muri in Aarau).

  2. Zinsrodel vom Jahr 1353 (Arch. Muri in Aarau).

  3. Urkunde vom 4. Dezember, Arch. Muri in Aarau; Copialbuch daselbst, p. I., S. 405.

  4. Geschichtsfrd. XXX., 321.

  5. Vgl. über das gute Verhältniss Leopold's von Oesterreich zum Gegenpapste Clemens VII. den Anzeiger für Schweiz. Gesch. XIX., 215. Der Afterpapst ermunterte ihn in einem Schreiben in der Treue: „ut ex tam potentibus principibus fidelis et potens domus Austriae tuo sub regimine triumpho gaudeat inmarcessibili“.

  6. Argovia VIII., 204.

  7. Wir haben keinen sichern Beleg, dass die Muri-Güter ebenso verheert wurden, wie die von Beromünster wenige Jahre vor 1358 (Urkd. in Engelberg wegen der Collatur in Kerns).

  8. P. Anselm Schubiger, Heinrich III. von Brandis, S. 337.

  9. Murus et Autemurale III., 49, 50.

  10. Chronik I., 523.

  11. Daselbst, S. 536.

  12. Ägid Tschudi erwähnt bis 1388 (einschliesslich) sechs solcher Streifzüge (Chronikon I., 551, 552, 553, 554, 555).

  13. „Monasterium in Mure per hostes quondam principis Leopoldi ducis Austrie fuit combustum et adeo deuastatum, quod ibidem pro persona abbatis vix manserit habitatio sufficiens“ (Arch. Muri in Aarau; P. Aug. Stöcklin, Miscel., 472). Die Bulle vom 5. Juni 1425 erwähnt ebenfalls den Brand und den Krieg (Murus et Antem. III., 60, 61).

  14. P. Ans. Weissenb., Eccles., 474; Urk. vom Jahre 1412, 11. Jän. (Arch. Muri in Aarau).

  15. Staatsarch. Luzern, Klagerodel von 1386 und 1887.

  16. Am 12. Oktober 1386 kam wirklich in Zürich durch Vermittlung der Reichsstädte zwischen Österreich und den Eidgenossen ein Friede zu Stande, der bis zum 2. Februar 1387 in Kraft bleiben sollte (Eidgen. Abschd. I., 18).

  17. Klage von Zofingen (Arch. für Schw. Geschichte, Bd. XVIII., 150, 151).

  18. Diese Klage wird gegen Andreas Seiler, Bürger von Zürich, gerichtet sein, welcher den österreichischen Pfandsatz auf Dorf und Vogtei Thalwil am 17. Jän. 1885 um 100 Gl. verkaufte (Tschudi, Chron. I., 511).

  19. Arch. Muri in Aarau C, 3. D.; Kurz und Weissenb., Beiträge I., 155, 156.

  20. Beromünster musste, wie Muri, bis 1389 wegen seiner Kastvögte, der Herzoge von Österreich, mit dem Gegenpapst Clemens VII. halten; allein 1400 inkorporirte Papst Bouifaz IX. demselben Stifte die Kirchen in Neudorf, Sur, Rickenbach u. s. w. (Riedweg, Gesch. des Collegiatstiftes Münster, S. 147).

  21. Urk. Freitag vor Reminiscere (Arch. Beromünster; vgl. auch Riedweg, S. 149).

  22. S. oben, S. 163.

  23. Das Original ist verloren gegangen; jedoch ist der Vidimus, welchen i. gleichen Jahre d. kaiserl. Notar, Heinrich Buren von Brugg, in Gegenwart des Walther von Heidegg u. A. machte, vorhanden (Archiv Muri in Aarau C, 2. D, b; Kurz und Weissenb., Beitr. I., 289-291).

  24. Er war ein Neffe des berühmten Kanzlers und Bischofs Johannes (Argovia VIII., 161).

  25. Argovia VIII., S. 161.

  26. Des Zusammenhanges wegen geben wir diese Inkorporationsgeschichte, obwohl sie in die Regierungszeit des Abtes Georg hineinfällt, hier vollständig.

  27. P. Ans. Weissenb., Eccles., 472.

  28. Gegeben zu Tyrnau, Freitag vor Sonntag Reminiscere (Murus et Antemurale, 57-59).

  29. P. Ans. Weissenbach, Eccles., 473; Weissenbach, Schulbericht von Bremgarten, Jahrg. 1856/57. Die Verzichtleister sind: Rudolf von Hallwil, Ritter; Hans Grün, von Grünenberg; Thüring und Walther von Hallwil, Edelknechte.

  30. „ius patronatus parochialis ecclesie et altaris beate Marie (Ehrenkaplanei)“.

  31. „ius patronatus ad ipsum regem legitime pertinens“ (Murus et Antem. III., 59-63).

  32. Urkunde vom 18. Oktober 1425 (Arch. Muri in Aarau und Copialbuch von P. Leod. Maier).

  33. P. Ans. Weissenb., Eccles., 474. Die Vorladungsschreiben erliess Abt Albrecht zu Zürich im Rütihof am 21. Okt. 1425 (Arch. Muri in Aarau).

  34. Archiv Muri in Aarau; P. Ans. Weissenbach, Eccles., 475; Plac. Weissenbach, Sshulboricht 1856-57. Die vom Notar Fietz beglaubigte Urkunde hat alle diesbezüglichen Verhandlungen aufgenommen.

  35. Argovia VIII, 161.

  36. Heinrich und Mangold Menger waren Söhne Konrads und der Frau Wilburga von Mülheim. Heinrich war Chorherr in Zürich und Propst in Herrenberg (Archiv Muri in Aarau; Geschichtsfrd. XIV., 72), und Mangold Offizial in Constanz (päpstliches Schreiben vom 23. Dezbr. 1431).

  37. Eidgenössische Abschiede II, 92.

  38. Urkunde vom Samstag vor Sonntag Invocavit 1432 (Murus et Antem. III, 65).

  39. Tschudi, Chronik I., 208.

  40. Der Informationsprozess wurde durch Vorladungsschreiben vom 6. Oktober 1433 nach St. Gallen in die Abtei angesagt (Archiv Muri in Aarau I, 1. H, 16; P. Aus. Weissenb., Eccles., 477).

  41. Placid. Weissenb., Schulbericht 1856-57; P. Ans. Weissenbach, Eccles., 477. Nebst den Originalurkunden sind im Archiv Muri in Aarau noch Copien; ein Vidimus vom Jahre 1456 umfasst die Briefe des Königs Sigmund, des Papstes Eugen IV. und des Abtes Eglof.

  42. Archiv Muri in Aarau O, 1. A, 1; Kurz und Weissenb., Beitr. I., 193, 19!; Murus et Antem. III., 54, 55 u, a. O.

  43. Archiv Sursee, 13. Dez. 1399. Siegler: Hans Schiltwald, Schultheiss in Sursee.

  44. Bulle vom Papst Alexander III. 1189 (Murus et Antem. II., 12).

  45. Diesen hatte Herzog Leopold III. im Jahre 1376 dem Lüthold von Reitenau verlehnt (Urk., dd. Baden; Archiv Muri in Aarau).

  46. Während die Pfarrkirche den hl. Georg zum Patron hatte, hiessen die Kaplaneien ad s. Mariam Virg., ad s. Nicolaum Ep., ad s. Johannem Evang.

  47. Archiv Muri in Aarau; Copie im Staatsarchiv Luzern. Zeuge: Diethelm von Stouffen, Abt von St. Trudpert etc.

  48. Urkunde vom 20. Jänner 1400, gegeben zu Ensisheim (Archiv Muri in Aarau; Kurz und Weissenbach, Beitr. I., 297).

  49. Urkunde vom 19. Oktober 1400, gegeben in Freiburg im Breisgau (Archiv Sursee; Muri in Aarau; K. und W., Beitr. I., 297-299; Herrgott, Geneal. III., 789-790).

  50. Arch. Muri in Aarau; Kurz und Weissenb., Beitr., 295; Copie im Staatsarchiv Luzern.

  51. Archiv Muri in Aarau; P. A. Stöcklin, Miscel., 472.

  52. Äg. Tschudi sagt zum Jahre 1386: „und kam auch ein grausamer Sterbend und Pestilenz in diese Land“ (Chron. II., 535 b).

  53. Er nannte sich „Episcopus electensis (i. p. inf.) et administrator perpetuus ecclesie constantiensis“ (Arch. Muri in Aarau; P. A. Stöcklin, Miscel., p. 477-480) und war im Concil von Constanz (1414-1418) noch vertreten (Tschudi, Chron. II., 106).

  54. Archiv Muri in Aarau C, 2. M, 8; P. A. Stöcklin, Miscel., 481.

  55. Archiv in Aarau C, 2. O, 4; P. A. Stöcklin, Miscel., 482-489. Später finden wir den Muri-Konventualen, Johannes Fyrabend, als Leutpriester in Sursee.

  56. Diese hatten vielleicht ihre Burg im heutigen Bezirk Kulm im Kt. Aargau.

  57. Archiv Muri in Aarau O, 1. A, 9.

  58. Stadtarchiv Sursee und Geschichtsfrd. III., 88 und VI., 82

  59. Hieher gehörte die Allerheiligen-Pfründe, die ursprünglich eine Familienpfründe von Saffaton gewesen sein soll, die aber Kaplan Nikolaus Seltengast 1350 reichlich beschenkte, während der letzte Saffaton das Collaturrecht dem Rathe von Sursee überliess. – Die St. Sebastianspfründe wurde erst von den Gebrüdern Johannes etc. von Rinach gestiftet (Kurz und Weissenb., Beitr. I., 215 ff.).

  60. Stadtarchiv Sursee. Siegler: Abt und Konvent von Muri; Graf Hans; Graf Otto; Rudolf von Aarburg, Freie, und Hans Schultheiss.

  61. Sie liegt Muri gegenüber, an der westlichen Abdachung des fruchtbaren Albis. Sie war seit den ältesten Zeiten eine Collatur des Klosters Murbach-Luzern und ging durch Kauf König Rudolf's 1291 an Habsburg-Österreich über (Kopp, Gesch. II., 1, 187 ff.).

  62. Arch. Muri in Aarau I, 1. A, 1; Kurz und Weissenbach, Beitr. I., 304-305; Murus et Antem. III., 70; Vidimus eines Briefes vom 18. Oktober 1396 und dieser Schenkung vom 8. Juli 1404 (I, 1. A, 2).

  63. Arch. Muri in Aarau; Murus et Antem. III., 71-74; P. Ans. Weissenbach, Eccles., 496, 497. Nach dem bischöflichen Steuerrollei vom Jahre 1275 war Lunkhofen auf 42 Pfd. Pfennige geschätzt u. zahlte 81 Schill. (Geschichtsfrd. XIX., 172).

  64. Murus et Antem. III., 74.

  65. Historisch ungenau. Herzog Friedrich meint hier wohl die Bestätigungsurkunde Kaiser Heinrich's IV. vom Jahre 1114.

  66. Der Sekretär des Herzogs scheint hier oberflächlich die Acta fundationis Murensis Monasterii und einige Urkunden des Stiftes durchgelesen und König Konrad II., der Heinrich II. folgte, mit Heinrich IV. (V.) und dem Hohenstauffer Konrad III. verwechselt zu haben, und wegen der Stiftung Muri's und deren Bestätigung in Irrthum gekommen zu sein.

  67. Unter „Stiftbücher“ sind wohl die „Acta fundationis Murensis monasterii“ verstanden, welche hier das erste Mal neben Urkunden erscheinen.

  68. Archiv Muri in Aarau, Urkunde vom 3. Okt.; Kurz u. Weissenbach, Beitr. I., 445.

  69. Archiv Muri in Aarau O, 1. A, 11; Kurz und Weissenb., Beitr. I., 441, 442.

  70. Hermetschwil gehörte ehemals zum Amte Muri, jetzt erscheint es als ein besonderes Amt (vgl. Urkunde 19. Jänner 1394 und 17. März 1399, Archiv Muri in Aarau).

  71. Kurz und Weissenbach, Beitr. I., 445.

  72. Laut Rotulus (Archiv Muri in Aarau) vom Jahre 1420 bezogen die Eidgenossen als Vogtsteuer von dem Amte Muri: 25 Mütt Kernen von Muri selbst, von Buttwil 11 Mütt, von Geltwil 6 Mütt, von Althäusern 30 Mütt Roggen und 3 Pfund an Geld, endlich gab jedes Haus im Amte ein Huhn.

  73. Arch. Muri in Aarau.