Zweites Kapitel. Dominikus Tschudi, XXXVII. Abt (1644-1654).

I. P. Dominikus ein Gelehrter.

Abt Dominik gehörte zu dem berühmten Geschlechte der Tschudi in Glarus. Er wurde um das Jahr 1596 zu Wil, wo sein Vater Melchior ungefähr 40 Jahre Stift-St. gallischer Kanzler war,1 geboren. Seine Brüder zeichneten sich alle in der Wissenschaft und Frömmigkeit aus.2 Die Mutter, eine gottesfürchtige Frau aus dem Toggenburg, wusste ihren Kindern eine innige Gottesliebe und eine besondere Verehrung der hl. Ida, deren Leib in dem nahen Kloster Fischingen ruhte, einzufiössen. Dahin wallte unser Balthasar (sein Taufname) oft in Begleitung der Mutter; er war gleichsam ein Hausgenosse in Fischingen.3

Der Ruhm des blühenden Klosters Muri war schon 1610 zu den Ohren des jungen talentvollen Balthasar gedrungen. Er wandte sich dahin und legte 1612, erst 16 Jahre alt, die hl. Gelübde ab. P. Augustin Stöcklin, zwar jünger der Profession nach, aber älter an Jahren, war sein Lehrer in der Rhetorik. P. Dominik Tschudi gedenkt anerkennend seiner in der Lebensbeschreibung des hl. Sigisbert. Abt Jodok sandte den jungen Dominikus zur Fortsetzung der Studien nach Dillingen.4 (II-020) Dieser erfüllte vollkommen die Hoffnungen seines Prälaten. Er hörte die berühmten Denicher, Kaspar und Joachim, welche das geistliche Recht lehrten. Unter dem Vorsitze des Kaspar Denicher vertheidigte P. Dominik im März 1622 Sätze aus dem Kirchenrechte (Assertiones canonicas de Beneficiis ecclesiasticis).5 Diese Arbeit widmete er aus Dankbarkeit seinem Prälaten. Die Universität erklärte nun Tschudi zum Licentiaten des besagten Faches.6 Den Titel eines Doktors der Philosophie hatte er früher schon erlangt. Der Theologie mit Einschluss des Kirchenrechtes lag er in Dillingen fünf Jahre ob, und der Philosophie wird er wenigstens zwei Jahre gewidmet haben. Während dieser Studien übersetzte er den Veltlinerkrieg in's Latein.7 Diese erworbenen Kenntnisse verwerthete P. Dominik in Muri auf das Beste.

Zunächst schrieb er eine Vertheidigungsschrift gegen den Bischof von Constanz, der die vom apostolischen Nuntius (1608), Ladislaus von Aquino, für Muri, Rheinau, Fischingen und Engelberg gegebene Exemptionsurkunde nicht anerkennen wollte.8 Zugleich diente der kenntnissreiche Kapitular dem Abte Johann Jodok als Geheimschreiber und hatte namentlich in den Congregationsangelegenheiten viele Briefe zu schreiben. Im Jahre 1623 erhielt er in Muri die Lehrkanzel und tradirte die Rhetorik mit grosser Anerkennung. Gleichzeitig schrieb er für einen schon vor 20 Jahren verstorbenen Rathsherrn, dessen Gebeine ausgegraben werden sollten, eine Vertheidigungsschrift. Dadurch rettete er die Ehre des Angegriffenen und seiner Angehörigen.

Fürstabt Heinrich, mit dem Beinamen „von Ulm“, wollte das Kloster Kempten reformiren. Die verderbliche, schon (II-021) viele hundert Jahre bestehende Vertheilung des Stiftseinkommens unter die Kapitularen bot ihm unübersteigliche Hindernisse. Die Bemühungen der päpstlichen Legaten in dieser Sache waren ohne Erfolg gewesen. Endlich berieth sich Nuntius Scappi mit P. Dominik Tschudi. Dieser verfasste über das ausgedehnte Eigenthumsrecht der Kapitularen in Kempten eine Schrift und legte sie in die Hände des Nuntius.9 Vor der Abgabe derselben erschien aus dem Stifte Kempten selbst eine anonyme Schrift, worin die Mönche ihr persönliches Eigenthumsrecht zu begründen suchten. P. Dominik fügte daher seiner Eingabe noch einige Bemerkungen bei. Die Ansicht der Kempter verurtheilte er zwar nicht unbedingt, sprach sich aber mehr dagegen aus, indem er klug das Endurtheil der Weisheit des apostolischen Nuntius überliess. Dieser bewunderte die Bescheidenheit und Gelehrsamkeit des jungen P. Dominik und bat ihn am 3. April 1624, er wolle noch vor Ostern folgende Fragen lösen: ob ein katholischer Priester das Kind taufen dürfe, das einen akatholischen Pathen hat. Der Nuntius ertheilte auch dieser Beantwortung das volle Lob.

Im Frühling des Jahres 1626 kamen Mönche von Niederaltaich und dem alten Kloster Wessobrunn mit einem Gesuche an den P. Dominik nach Muri, er möchte als Freund von der Hochschule Dillingen her bezüglich der Reformen ihrer Klöster, die der Abt von Niederaltaich mit aller Schärfe bereits an die Hand genommen und die er für Wessobrunn in Aussicht gestellt hatte, einen Rath ertheilen. P. Dominik tadelte in seinem Briefe an P. Thomas Ringmaier das unkluge Verfahren des Prälaten von Niederaltaich in dieser heiklen Sache: „Die Absicht des Abtes, schreibt er, mag gut sein; doch die zur Erreichung des Zieles eingeschlagenen Wege sind unpassend und der Erfolg ist wenigstens im Anfange ungünstig. Es zeigt sich klar, dass nicht jeder Geist der äusserlichen Strenge von Gott ist. Der Abt hat das Krumme nicht in das Gerade gebracht, sondern aus den Fugen gerissen und das geknickte Rohr nicht aufgerichtet, sondern gänzlich gebrochen; da er zu stark den Rost wegfegen wollte, zersprang das Gefäss; er hatte seine Religiosen nicht (II-022) gebessert, sondern aus dem Kloster gejagt und sie in die Gefahr, ihr Seelenheil zu verlieren, gestürzt.“10 – Am 2. August desselben Jahres sandte der Nuntius wieder zwei wichtige Fragen: a. Ob der Staat in der Eidgenossenschaft das Recht habe, über die Verwaltung der Klostergüter Rechenschaft zu verlangen; b. ob dieser ein Gesetz geben könne, dass Laien die von einem Laien an Klöster verkauften Güter nach einer bestimmten Zeit wieder einlösen dürfen. Diesen zwei Fragen folgten bald sieben andere hinsichtlich des Amortisationsgesetzes und der Bulle „Coena Domini.“ P. Dominik ist seiner Gewohnheit gemäss sehr kurz und bündig in den Antworten. Von der besagten Bulle behauptet er: sie sei in der Schweiz niemals promulgirt worden; er hält sie aber dennoch für dieses Land für giltig, weil die in Rom feierlich gemachte Promulgation genüge.11

Auch für das Kloster verwerthete P. Dominik seine Kenntnisse. Abt Johann Jodok erkannte die Nothwendigkeit und den Nutzen eines gut geordneten Archives. P. Dominik und P. Augustin Stöcklin erhielten daher von ihm den Auftrag, die seit dem Kriegsjahre 1531 ganz in Unordnung gekommenen Schriften und Urkunden zu ordnen und brauchbar zu machen. Weil P. Augustin bald Pfarrer in Muri (1629) wurde, und dann nach Pfäfers und Disentis kam, so setzte P. Dominik die Arbeit allein fort und hatte sie 1638 glücklich zu Ende gebracht. Zugleich schrieb er die wichtigsten Aktenstücke in einem Foliobande von Pergament zierlich ab. Diese Copien liess dann der Abt durch einen kaiserlichen und päpstlichen Notar beglaubigen. Es ist die Arbeit grossen Fleisses.12 Um (II-023) dieser die Krone aufzusetzen, stellte er mehrere Urkunden des Klosters zusammen, hob die Rechte heraus und fügte denselben Erklärungen bei. P. Bonifaz Maienberg schrieb später das Ganze in's Reine.13 Daran reihte sich die Schrift „de Advocatia.“ Sie war ein Meisterwerk. Leider ging sie auf der Rücksendung von einem Kloster, dem er selbe geliehen hatte, verloren.14

Dieses fortgesetzte Studium der ältern und neuern Urkunden bot ihm einen hellen Einblick in die Hausgeschichte Muri's und in die Abstammung des durchlauchten Hauses Habsburg-Oesterreich. Daraus entstanden die zwei gelehrten Werke: „Origo et Genealogia gloriosissimorum comitum de Habsburg, monasterii Murensis Fundatorum et antiquis et authenticis … monumentis … succincte quidem, sed clare demonstrata“15, und dann die „Origines Murenses.“ Schade, dass diese Origines Murenses nicht ebenfalls, wie Abt Johann Jodok wünschte,16 im Drucke erschienen sind. P. Dominik schrieb sie schon 1625 und behandelte darin die ersten Vorsteher des Klosters Muri weitläufig.17

Kaiser Ferdinand III. liess dem Verfasser der „Origo et Genealogia“ huldreichst in einem Schreiben sein Wohlgefallen (II-024) ausdrücken,18 und der berühmte Gottl. Eman. v. Haller erwähnt die Origines Murenses in seiner Bibliothek der Schweizergeschichte.19

Als Novizenmeister hielt P. Dominik treffliche Vorträge über die „theologischen Tugenden.“ Das Werk, das er darüber hinterliess, war in Muri stets hochgeschätzt.20 Ein zweites Werk, das er bei dieser Gelegenheit schrieb, handelt von der Wesenheit der Gelübde eines Religiosen.21 Daran reihte er den Band, welcher vom Leben der „Schweizer-Benediktiner-Heiligen“ handelt.22

Schon 1623 hatte er den weitaussehenden Plan: die Lebensbeschreibung aller Benediktiner-Heiligen der ganzen christlichen Welt herauszugeben.23 Ihm fehlten aber die nöthigen Vorarbeiten und Hilfsquellen. Indessen widmete er handschriftlich einen Quartband über dieses ausgedehnte Feld dem Abte Johann Jodok.24

Die Aebte der Schweizercongregation ernannten P. Dominik Tschudi 1630 zu ihrem Sekretär und ertheilten ihm den Auftrag, die seit 1603 von ihnen erlassenen Satzungen zu ordnen. Die Sammlung war 1636 vollendet,25 und im gleichen Jahre ertheilten die Aebte derselben ihre Genehmigung. Gleichzeitig sammelte P. Dominik die Erlässe, welche insbesondere für Muri gegeben worden waren.26

(II-025) Im Jahre 1630 floss ein schneidiger Aufsatz aus der Feder des P. Dominik, nämlich bezüglich der Ueberlassung der Benediktinerklöster an den Jesuitenorden, der aber aus Rücksichten nicht in den Druck kam.27

Endlich übertrug der greise Abt Johann Jodok unserm P. Dominik das wichtige Amt eines Statthalters (Oekonom) in Muri, und als solcher war dieser dem gebrechlichen Klostervorsteher in Allem hilfreich zur Hand.28

II. Dominikus Tschudi als Abt.

Am 2. November 1644 war Abt Johann Jodok ruhig im Herrn entschlafen. Die Kapitularen bestimmten den 7. d. M. für die Wahl eines Nachfolgers. Die neue, von der Congregation vorgeschriebene Wahlordnung kam in Anwendung. Als Präses bezeichnete das Kapitel den Nuntius Gavotti und als Scrutatoren die Aebte von St. Gallen, Einsiedeln und Rheinau.29 Der Nuntius lehnte das Präsidium ab, und somit erhielt dasselbe in Anwesenheit des Nuntius vom Kapitel der Abt von St. Gallen. Nach vollendeten Horen feierte der eben ernannte Präses das Hochamt, und die 31 Kapitalaren empfingen von seiner Hand die hl. Kommunion.30 Die Stimmenabgabe geschah von jedem einzeln mündlich vor dem Wahlcollegium. Dasselbe rief nach dem ersten Gange Dominikus Tschudi als Abt von Muri aus. Der ganze Konvent zog nun prozessionsweise unter dem Geläute der Glocken in die Klosterkirche, um Gott durch den Hymnus „Te Deum laudamus“ (Herr, Dich loben wir) zu danken. Auf der obersten Stufe des Hochaltars empfing der Neugewählte die Huldigung der Mitbrüder. Wegen der jüngst erlangten Exemption nahm im Auftrage des hl. Stuhles der Nuntius die Prüfung der Wahlverhandlung und des Gewählten in Luzern vor. Die Bestätigung erfolgte dann am 16. Februar 1645 in Rom. Die Benediktion (II-026) ertheilte dem Abte Dominik (7. Mai) gleichfalls der Nuntius.31

Die Gesundheit des Neugewählten war wegen der vielen Geistesanstrengungen schwächlich. Kaum waren die Gäste nach der Benediktion entlassen und die nothwendigsten Geschäfte beseitigt, so eilte er zur Benützung der Heilquellen nach Baden. – Unter den vielen Gratulationschreiben zur hohen Würde, erhielt er auch eines von den Tagherren der VII regierenden Orte. Diese knüpften an die Worte des Glückswunsches die ungewöhnliche Bitte, ein Schutzgeld den genannten Abgeordneten zu entrichten. Der Abt sandte das Schreiben dem Kapitel nach Muri; allein dieses überliess die Sache dem Ermessen des Abtes. Dieser glaubte, dem Gesuche entsprechen zu müssen; er bemerkte jedoch im Begleitschreiben, dass den VII Orten jeder Rechtstitel auf dieses Geld mangle,32 und sie möchten daher dasselbe nur als eine Gabe ansehen ohne weitere Folge.

Ueberblicken wir die Regierung des Abtes Dominik, so dürfen wir sie mit einem ruhigen See vergleichen, den nur selten Stürme in Aufregung bringen.

Bis anhin haben wir die Gelehrsamkeit und Thätigkeit dieses Mannes bewundert, jetzt tritt sein Scharfblick und die Kunst, schwierige und verwickelte Geschäfte zu entwirren, in den Vordergrund. Wegen seiner Klugheit wählten ihn gerne Hohe und Niedrige zu ihrem Rathgeber. In dem leidigen Bauernkriege (1653), welcher vorzüglich in Luzern, Bern, Solothurn und Baselland wüthete und auch das Kloster Muri umbrauste, setzte die Stadt Luzern auf das Ansehen und die Klugheit des Abtes Dominik ihr grösstes Vertrauen. Häufig musste er dem dortigen Rathe Mittheilungen machen und Winke für sein weiteres Vorgehen ertheilen. Als die Bauern ihren Regierungen kein Gehör mehr schenkten, jeden billigen Vorschlag verwarfen, alle Rechte mit Füssen traten und bereits die Fahne der Empörung entfaltet hatten, so baten ihn die Rathsherren von Luzern, er möchte persönlich sich in ihr Lager begeben, um sie zur Niederlegung der Waffen zu mahnen. Der Abt übernahm aus Liebe zum Frieden und zur Regierung von Luzern diese schwierige und zugleich gefährliche Aufgabe. Er eilte in ihr Lager, machte den meuterischen Bauern kräftige Vorstellungen, leitete als Bevollmächter der Regierung mit ihnen die Unterhandlungen (II-027) ein, und bewog nicht Wenige friedlich in ihre Wohnung zurückzukehren oder der bedrängten Regierung zu Hilfe zu kommen.33 Die Hitzkircher meldeten am 16. März dem Abte Dominik: dass sie zu Hause bleiben und der Regierung nicht zuziehen können, weil die Emmenseer etc. ausgezogen seien. „Diese drohen uns zu überfallen, wenn wir uns aus dem Neste begeben.“

Neue Lügen und Brandschriften der Führer jagten aber das Volk bald wieder in den Krieg. Abt Dominik bot zum zweiten Male der Luzerner Regierung seine Hilfe (3. Mai) an und meldete zugleich, dass in Maienberg Unterhandlungen wegen des Beitrittes zum Bauernbunde stattgefunden haben.34 Die Aufrührer zogen bewaffnet gegen Mellingen, wurden jedoch von den heranziehenden Zürichern geschlagen.

Jetzt wurde der feurigste Bauernaufwiegler in den Muriämtern ergriffen und zum Tode verurtheilt. Abt Dominik legte für ihn Fürbitte ein und die Behörde schenkte ihm das Leben. Im April hatte dieser an den Abt das Begehren gestellt: er möge ihm und seinen Freunden einen Tag bestimmen, damit er die Beschwerden vorbringen könnte. Der Abt setzte den 5. Mai an. In Mitte einiger ergrauten Mitbrüder nahm er die Klagen der Landleute von Muri und Boswil entgegen. Sie betrafen die Taxen der Fertigungsurkunden bei Käufen und Verkäufen, die Wahl des Untervogtes und der geschwornen Richter und deren Taggeld, ferner die Zehnten, Erbrechte, die Tagwerke und die Bezahlung für die Dreissigsten; letzteres solle auf den alten Fuss zurückgeführt werden u. s. w. Den nichtigen Klagen antwortete der Abt mit aller Ruhe; entweder zeigte er ihnen an der Hand der Urkunden deren Unbilligkeit, oder er stellte das Unklare in ein besseres Licht, in Anderm erwies er sich nachsichtig und wieder Anderes verschob er zu weiterer Berathung und zu friedlichem Ausgleiche. Viele der Untergebenen gingen sonach beruhigt nach Hause; die Mehrheit widerstrebte jedem Vernunftgrunde und rannte blind in das Verderben.35

Wie den Räthen in Luzern erwies Abt Dominik auch (II-028) andern hochgestellten Herren in Streitigkeiten und wichtigen Lebensfragen hilfreiche Dienste, so dem Abte von Einsiedeln in einem Streite mit dem Bischofe von Constanz.36 Mit dieser Klugheit verband er eine ausnehmende Herzensgüte. Seine grösste Freude war es, für die Unglücklichen Fürbitte einzulegen,37 den Bedrängten beizuspringen und ihnen hilfreiche Hand zu bieten. Den Boswilern hatte der Blitz 1649 das Dorf in Asche gelegt. Nebst vielem Almosen, das er ihnen sofort spendete, baute er denselben auch die Mühle und die Zehntenscheuer aus Gnade und gab hiefür nur an Geld 3228 Gl. aus.38

Die reinsten Freuden genoss Abt Dominik beim Gottesdienste und am Choralgesange, bei der Ausschmückung der Gotteshäuser und Verehrung der Heiligen. Zur Gründung einer katholischen Pfarrei in Linthal, Kanton Glarus, gab er 400 Gl., zum Bau einer katholischen Kirche in Frauenfeld

Unvergesslich bleibt aber Abt Dominik für Muri, besonders desshalb, weil er durch die Vermittlung des Garde-Hauptmann in Rom, Joh. Rudolf Pfyffer, Bürger zu Luzern,39 aus der Hand des Kardinals Alexander Victricius von den Sixtinischen Katakomben die Leiber der hl. Martyrer Basilius, Leontius und Lucina (15. Mai 1647) mit Erlaubniss des Papstes Innocenz X., erhielt. Deren Ueberbringung nach Luzern bezeugte urkundlich Johann Ulrich Rieger, apostolischer Notar und Pfarrer in Jestetten, in Gegenwart mehrerer Zeugen am 27. Juni 1647.40 Für die feierliche Uebertragung (15. Sept.) (II-029) des wunderthätigen Heiligen Leontius nach Muri scheute Abt Dominik keine Kosten. Diesem zu Ehren baute er eine kostbare Kapelle in der Klosterkirche, wofür er 3552 Gl. ausgab. Zugleich liess er den Betchor mit Getäfel und künstlichen Figuren schmücken und zierte die zwei Seitenkapellen der Gottesmutter Maria und des hl. Benedikt.41

In dem Eifer, die Rechte eines exempten Abtes zu wahren, ging er einmal etwas zu weit. Am Vorabende der Uebertragungsfeierlichkeit des hl. Martyrers Sinesius (1653) befand sich Abt Dominik in Bremgarten.42 Der Pfarrer hatte ihn eingeladen und zugleich beim Fürstbischofe von Constanz um die Erlaubniss gebeten, dass der Abt ohne Anstand daselbst das Hochamt in Pontificalibus halten dürfe. Dominik fühlte sich beinahe beleidigt, dass der Ortsseelsorger um diese Erlaubniss nachgesucht hatte, indem jener irriger Weise glaubte, als exempter Abt habe er im ganzen Bisthum das Recht zu pontificiren, wovon aber die Exemptionsbulle nichts sagt.43

Die Ascese und die Wissenschaften pflegte Abt Dominik im Geiste seines Vorgängers, Johann Jodok. Grossen Fleiss verwendete er auch auf die Oekonomie. Zum frühern Besitzthum fügte er Güter in Althäusern und Boswil im Werthe von 2280 Gl. hinzu.44 Die Merinhalden in der Pfarrei Beinwil erwarb er (1649) um 13761 Gl.45 Wichtig war für Muri der Ankauf des Schlosses Klingenberg im Kanton Thurgau sammt dem Patronatsrecht der Pfarrei Homburg und der Sebastianskirche in Kappel im Jahre 1651 um 70000 Gl. Dazu gehörte auch die niedere Gerichtsbarkeit. Die ehemaligen Besitzer waren die Edlen von Heidenheim.46 Weil damals der verwerfliche Grundsatz galt: „Wer Herr des Landes, ist auch Herr der Religion“, so wünschten die Urkantone als Mitlandesherren, dass diese katholische Pfarrei in die Hände eines katholischen Grundherren komme. Das Kapitel willigte daher in diesen nicht vortheilhaften Kauf nur in Rücksicht auf das (II-030) Seelenheil der Unterthanen.47 Der Abt empfing noch dasselbe Jahr die Huldigung der dortigen Einwohner und bestellte als ersten Oekonom (Statthalter) von Klingenberg P. Gregor Feer, einen Mann, der in allen Zweigen der Verwaltung und in der Politik ausgezeichnet war. Dieser erkannte sogleich, dass der Boden daselbst für den Landbau undankbar sei.48 Daher sandten die Muri Aebte bis 1841 stets die erfahrensten Männer nach Klingenberg, und diese vermochten dann nach Abzug aller Auslagen einige hundert oder auch einige tausend Gulden jährlich nach Muri zu schicken.49 Dagegen vernehmen wir, dass Baron von Stücken, an den die aargauische Regierung die Besitzungen Klingenbergs bald nach 1841 verkaufte, in kurzer Zeit genöthigt war, trotz aller rationellen Bewirthung, sie wieder loszuschlagen. Ein Baron von Sulzer aus Winterthur trat jetzt in den Besitz dieser Güter; auch dieser glaubte, die Mönche in der Landwirthschaft weit zu übertreffen, und er musste in wenigen Jahren bei der Ersparnisskasse der Stadt Luzern ein Anlehen von 260,000 Frk. machen. Dem Fallimente nahe verkaufte er diesen verhängnissvollen Besitz einem Bürcher aus dem Kanton Bern, der ein schönes Vermögen und viele landwirthschaftliche Kenntnisse besass. Anfänglich schien er glücklicher zu sein, als seine Vorgänger. Plötzlich brach über Bürcher das Falliment herein (1874). Niemand wagte nun diese Güter (670 Juchart Land und Wald) sich anzueignen.

Die Ersparnisskasse von Luzern, welche diesen Besitz für 260,000 Frk. als Hypothek hatte, war nun genöthigt, in denselben einzutreten. Gerne würde selbe heute noch ihren weiten Gütercomplex von Klingenberg den ehemaligen rechtlichen Besitzern, den Mönchen von Muri, um genannte Summe überlassen.50

In Meilen, Kanton Zürich, hatten schon die Vorfahren der Abtes Dominik Höfe und Güter angekauft. Ein Lebensmann daselbst verletzte seine Pflichten schmählich und verhöhnte den Muri-Amtmann in Thalwil, dem er Gehorsam schuldig war. Hier musste der Abt seine Herzensgüte auf die Seite stellen, den Lehensmann absetzen und die Regierung von (II-031) Zürich über die Gründe seines Verfahrens in Kenntniss setzen.51

Bei allen diesen äussern und innern Sorgen fand Abt Dominik noch Zeit zur Fortsetzung der wissenschaftlichen Arbeiten. Die als Novizenmeister niedergeschriebenen „Observationes“ (Bemerkungen) über die hl. Regel schrieb er nun in's Reine und legte sie druckfertig. Doch vor der Veröffentlichung schickte er sie seinem Freunde, dem gelehrten Abte von St. Gallen, Pius, zur Einsicht. Dieser missrieth aus Gründen den Druck, der dann auch unterblieb.52 Jedoch liess der Fürstabt das Werk für die Bibliothek in St. Gallen abschreiben.53 Wir heben davon nur einige Sätze heraus: die Regular-Exposituren wollte Abt Dominik beseitigt wissen; den hl. Vater Benedikt sah er als einen Apostel und die Benediktiner als Missionäre an; der gemischten Lebensweise, der Betrachtung verbunden mit Thätigkeit, gab er den Vorzug, und empfahl mit Nachdruck die wissenschaftliche Beschäftigung und den Unterricht in den Gymnasien u. s. w. Echte Gewohnheiten hielt er Privilegien gleich, welche aber weder Aebte, noch Congregationen den Professen ohne Zustimmung des Kapitels beseitigen können; in den Kapiteln kann die Mehrheit in dergleichen Sachen die Minderheit nicht zwingen; daher ist Einstimmigkeit nöthig; die vota capitularia sind nicht bloss consultativa, sondern decisiva u. s. w.

Die Last der vielen Arbeiten untergrub frühzeitig die Gesundheit des Abtes. Kaum hatte er das 58. Altersjahr erreicht, so schwanden seine Lebenskräfte zusehends. Die Aerzte entfernten ihn aus der Menge der Geschäfte im April 1654 und sandten ihn nach Baden zur Benützung der Bäder. Anfänglich wirkten diese auf ihn kräftigend und heilend; allein plötzlich ergriff ihn eine Halskrankheit (6. Juni) und noch am gleichen Tage, um 6 Uhr Abends, entschwebte seine Seele, gestärkt durch die hl. Sakramente, zum ewigen Vergelter. Seine (II-032) Leiche kam nach Muri und wurde in der neuen Leontiuskapelle beigesetzt.54

In seine Hände legten acht Kapitularen und ein Laienbruder die hl. Profession ab, während mit ihm fünfzehn in's Grab gesunken waren, und einer das Kloster verlassen hatte. Die Zahl der Mitglieder war desshalb auf 30 heruntergekommen.55

Abt Dominik Tschudi ist eine Zierde des Benediktiner-Ordens. Seiner gedenkt mit Lob P. Magnus Ziegelbauer.56 Ihn zierten Tugend und Wissenschaften in schönster Harmonie.57 Gelehrte, welche sein Grab besuchten, sprachen mit Achtung vom Dahingeschiedenen.58


  1. Leu, Lexikon XVIII., 347.

  2. Einer derselben, P. Columban, war Kapitular in St. Gallen und später Vicedekan und Administrator in Murbach (Sammlung für die Muri-Geschichte in Gries).

  3. Selbstbiographie des Abtes Dominik (Arch. Muri in Gries).

  4. Diese Schule wurde ursprünglich von den Benediktinern von Elchingen bei Ulm geleitet. Nach der Zerstörung des Klosters im 16. Jahrh. übernahm die Schule (1554) der Abt vom hl. Kreuz zu Donauwört und versetzte sie als Akademie nach Dillingen, wo sie bald nachher (1564) den Jesuiten übergeben wurde (Programm der Schule in Einsiedeln 1855, S. 20).

  5. Gedruckt in Ingolstadt. Das Werk hat in 4 Hauptstücken 97 Sätze: 1. Quidnam est et quotuplex sit Beneficium ecclesiasticum? etc.

  6. Die Handschriften des P. Dominik über kirchenrechtliche Fragen zierten lange die Bibliothek von Muri.

  7. Arch. Muri in Gries, Regestensammlung. Das Absolutorium von Dillingen lautet für P. Dominik: „Philosophia Dilingae feliciter absoluta magister inter primos publico ac solemni ritu creatus studiis theologicis ac juris canonici sese totum consecrauerit ac non tantum scholasticus Ssae. Theologiae pomeridianas praelectiones verum etiam juris pontificii ad tres fere annos diligentiae profectusque laude exceperit, porro in privato collegio annis duobus tum argumentando quam defendendo sese exercuerit ac proinde paucis ante diebus theses publicas de Benefeciis ecclesiasticis cum laude et satisfäctione omnium defenderit (Arch. Muri in Aarau).

  8. „An monasteria Congregationis Helveto-Benedictinae alias non exempta vigore diplomatis a Nuntio apostolico 1608 obtenti Rev. et Illust. Principem ac Dominum Episcopum Constantiensem visitare valentem juste rejicere et impedire valeant.“

  9. Er behandelt 4 Fragen: a. An Campidonenses coenobitae licite hactenus possederint portiones sive peculium attento iure communi antiquo? b. An id liceat novo Concilii Tridentini decreto? c. An praesupposito, quod novo etiam liceat, nihilominus tamen hoc non obstante ab Illustr. Nuntio ad illud resignandum compelli possint? d. Supponendo quod ab Illustr. Nuutio compelli possint, an consideratis variis rationibus, causis et circumstantiis expediat, ut Campidonenses consueto peculio priventur ?

  10. Der Abt entliess nämlich die meisten Religiosen entweder auf Pfarreien oder in andere Klöster, setzte zum Prior einen Mönch aus St. Blasien und zum Oekonom einen von St. Ulrich in Augsburg. Die Reform bestand in bloss äusserlichen Dingen. Man führte wöchentlich 3 Geisslungen ein, verordnete für's ganze Jahr nur Fastenspeisen, gestattete nie mehr als 2 gekochte Gerichte, alle Erholungen und Spaziergänge wurden aberkannt u. s. w.

  11. Gleichzeitig (1628) copirte P. Dominik; „Pinus Tschudiana seu Genealogia familiae Tschudiorum a Glarus abs Aegidio Tschudi deducta“ (Muri-Handschr. in der Staatsbibl. Aarau).

  12. Die Abschrift war für den Privatgebrauch des Abtes bestimmt. Sie hat 434 Seiten und auf dem Titelblatte gute Handzeichnungen (Maria mit dem Jesukinde und viele Wappen). Die Aufschrift lautet: „Archivum Monasterii S. Martini in Muri authentice exemplatum. MDCXXXVIII.“ Die Einleitung sagt: „Abt Singisen will sorgen, dass Muri's Dokumente nicht verloren gehen, wenigstens die wichtigsten nicht. Daher liess er selbe fleissig aus den Originalien copiren und ersuchte den apostolischen Nuntius Scotto, er möchte entweder selbst die Richtigkeit der Copien prüfen oder die Prüfung Andern übertragen. Er that letzteres. Die Authentisirung geschah am 1. Februar 1638 (Arch. Muri in Gries).

  13. Der Titel lautet: „Documenta, das ist päpstliche und kaiserlich-königliche, fürstliche und eidgenössische Stift-, Bestätigung-, Freiung-, Schutz- und Schirmbrief sammt andern Schriften des Gotteshauses Muri … mit nützlichen annotationibus declarirt und erläutert … P. D. Tsch. juris Pontificii Licentiato. 1642.“

  14. P. Ans. Weissenbach nennt es „perillustre et lectu dignissimum opus, quod qui legerit et observaverit, facile cunctas difficultates refragantium inoffenso pede superabit“ (Ecclesiast., p. 227, 228). Den nähern Inhalt kennen wir nicht.

  15. Dieses Werk erlebte drei Ausgaben: die erste erschien in 8° zu Constanz 1651 bei Johannes Geng und hat 126 Seiten; die zweite wurde 1702 in Muri gedruckt, in 8°, typis veteribus principalis monasterii Murensis, enthält ein Anagramm auf Kaiser Leopold I. und ein Widmungswort auf Graf Franz Ehrenreich von Trautmannsdorf nebst einem Appendix auf Beide; die dritte Ausgabe besorgte Christian von Hellwich und liess sie bei Michael Hubert 1715 in Breslau erscheinen. In der Vorrede erwähnt von Hellwich die verschiedenen Ansichten über den Ursprung des Habsburger Hauses und spendet unserm P. Dominik wegen seiner urkundlichen Nachweise ein besonderes Lob.

  16. Abt Johann Jodok unterbreitete (1638) beide Werke der Kritik des gelehrten Augustin Stöcklin, der ihnen alles Lob spendete. Die Handschrift der Origines liegt im Archiv Muri in Aarau F, 13.

  17. Man unterscheide aber diese Origines Murenses wohl von den Origines Monasterii Murensis, welche der erste Abdruck der Acta fundationis sind, die Herr Peirescius 1618 besorgte und dem Abte Johann Jodok widmete.

  18. Archiv Muri in Aarau D, 3. A, 1.

  19. Bd. III., S. 465 ff. „Origines seu Acta fundationis monasterii Murensis in Helvetia cum Syllabo eiusdem loci praepositorum atque abbatum, quae partim ex vetustissimo Msc. Codice Murensi a Fr. Guillimanno descripta et Habsburgicis inserta, partim ex aliis authenticis monumentis deprompta, tribus libris digessit Dominicus Tschudi 1625.“ Msc. in fol. (Arch. Muri in Aarau F.).

  20. Opus de virtutibus theologicis.

  21. De essentialibus Religiosorum votorum virtutibus.

  22. Es sind 50 Bogen in fol. Darin sind 41 Schweizer-Benedictiner in alphabetischer Ordnung bearbeitet; den sel. Luitfrid hatte er an's Ende gestellt.

  23. P. Gabriel Bucelin, Konventual in Weingarten, gab seine Benediktiner-Heiligen erst 1655 in Feldkirch heraus; Agid. Randheck sein Calendarium annale Benedictinum 1675 und in Frankreich erschienen D. Acherii et Mabilionii Acta Sanctorum O. S. B. 1668-1701.

  24. Speculum Monachorum sive vitae virorum sanctitate illustrium O. S. B. ex variis fide dignis probatisque auctoribus collectae (Haller, Bibl. der Schw. G. III., N° 523, S. 506).

  25. Notae et observationes in Regulam S. P. N. Benedicti pro uniformitate monasteriorum Congregationis Benedictinae-Helveticae (Arch. Muri in Aarau).

  26. P. Placidus Zurlauben setzte diese Sammlung bis 1681 fort und dessen Bruder, Gerold Zurlauben, Abt in Rheinau, bis 1722.

  27. „Spongia Benedictina Judicii duorum Theologorum ad sacram Caesaream Majestatem super translatione restituendorum monasteriorum ab antiquis ordinibus ad Societatem Jesu.“

  28. „denique titubantibus jam prae senio praedecessoris sui artubus, ingens fuit fulcrum et dextra manus“ (Annales, p. 662).

  29. Diese Aebte wurden auch ersucht, den Notar und die zwei Zeugen mitzubringen. Diese waren: P. Bernardin Beyer von St. Gallen, Notar; P. Gerold von Einsiedeln und P. Gall Wagner von Rheinau, Zeugen (Annales, p. 663).

  30. Neun hiervon waren Fratres, die übrigen Priester. Weil die Kapitularen im beigegebenen Kataloge stehen, so halten wir ihre Aufzählung für überflüssig.

  31. Annales, p. 664, 665.

  32. „non tamen sub ratione debiti, sed benevolentiae, quatenus nullam post se traheret consequentiam“ (Annales, p. 664). Die nähere Veranlassung zu diesem Schutzgelde ist unten im 7. Kapitel Nr. II zu finden.

  33. „Ille (abbas) … mox Lucernam, depositisque ibidem consiliis ad agmen rebellium rusticorum properavit, quorum ferocitatem discretis sermonis sui jaculis feriit et adeo devicit, ut arma hostilia tantisper dcjccerint“ (Eccles., p. 230; Arch. Muri in Aarau R, 2. D, 1).

  34. Annales, p. 694, 695; Murus et Antem. IV., 90.

  35. Annales, p. 691-694; Eccles., 231 sq. – Janssen (Geschichte des deutschen Volkes 1., 189) hat nachgewiesen, dass in Franken, Baiern, Breisgau und Elsass, wo sich die ersten Vorboten des Bauernkrieges vom Jahre 1525 zeigten, die Landleute gerade in den behaglichsten Verhältnissen lebten.

  36. Arch. Muri in Gries. P. Anselm sagt vom Abt Dominik: Er war der Bartolus seiner Zeit und das Orakel der Grossen, ein Mann, der die Zwistigkeiten als Rechtskundiger beizulegen verstand (Eccles., p. 223).

  37. Am 24. Juli 1651 bittet er für Sebastian Bucher (Staatsarch. Luzern, Kloster Muri).

  38. Eccles., p. 224.

  39. Dieser erhielt von Muri 1655 für seine Bemühung 1360 Gl. (Arch. Muri in Gries A. I. IV. 21).

  40. Der Leib der hl. Lucina kam nach Säckingen und der des hl. Basilius nach Rheinau (Eccles., p. 689-694; Annales, p, 676-678; Urkundlicher Bericht über die Erhebung des hl. Leontius im Coemeterio Calisti und dessen feierliche Uebertragung in Muri, Constanz 1648, 12°, SS. 94; P. Laurenz Burgener, Wallfahrtsorte der Schweiz, S. 68 und a. O.).

  41. Ecclesiast., p. 224.

  42. P. Laur. Burgener, Wallfahrtsorte der Schweiz, S. 50.

  43. Annales, p. 695, 696 und 605, 612, 669.

  44. Annales, p. 666.

  45. Daselbst, p. 682. Merinhalden, Hofname (Mühle und Güter).

  46. Das Geschlecht der Edlen von Klingenberg war 1580 ausgestorben, ihre Besitzungen gingen dann an die von Heidenheim über. (Schwab: die Schweiz in ihren Ritterburgen, Bd. III., 50-76). P. Leod. Maier machte einen Stammbaum der Heidenheimer von 1462-1635 (Annales, 910-911).

  47. „ut salus animarum ibidem conservaretur.“ Muri konnte damals nur über 3000 Gl. verfügen (Annales, p. 685, 686).

  48. Man hat berechnet, dass der Boden im Thurgau kaum 2 % abwerfe. Walafrid redet schon in seiner Beschreibung des Thurgaues von der „durissima gleba.“

  49. Rechnungen im Arch. Muri in Aarau und Gries.

  50. Die ehemaligen, aus Muri stammenden Schriften überliess die Ersparnisskasse von Luzern grossmüthig dem Kloster Muri-Gries.

  51. Staatsarch. Zürich, Akten: Kloster Muri.

  52. „Si paternitati vestrae, schreibt er, animus est et otium velitandi cum multis et diversis, proelum suadeo, sed proelium praedico. Episcopi et eorum adulatores impugnabunt assertam nostri Ordinis exemptionem. Jesuitae tueri volent cessa et concessa sibi monasteria; Belgae in Hafftenum suum jurati aves et capas nobis permittere nolent; non deerunt denique, qui, ut nunc pugnax est saeculum, contra alia et alia pugnent“ (Arch. Muri in Gries).

  53. Das Original (Arch. Muri in Gries) hat 247 Folioseiten. Der gelehrte Calmet durchblätterte 1748 die „Observationes“ und empfahl dem damaligen Abte Gerold I. den Druck derselben (Annales II., 764).

  54. Annales, p. 698; Eccles., p. 235. Gleichzeitig, als Abt Dominik in Baden starb, wollten die Klosterbewohner in Muri eine Erschütterung des Gotteshauses bemerkt haben. „Et merito, fügt P. Anselm bei, nam fortis illa pyramis cecidit, in qua tota pene coenobii machina firmiter stetit.“

  55. Syllabus von P. Leodegar Schmid (Arch. Muri in Gries).

  56. Vgl Bd. I., 587.

  57. Murus et Antem. IV., p. 88., „Paribus ille virtutis et scientiae radiis ubivis claruit.“

  58. Arch. Muri in Gries.